10:2 - Ein standesgemäßer Sieg von Alemannia Aachen
Doch wie verwandelt kehrte Marco Bachmanns Team nach der Pause aufs Spielfeld zurück. Nun stand die Abwehr, das Mittelfeld arbeitete prima mit. Die Belohnung ließ nicht lange auf sich warten. Michael Strauch (Bergstein) und Timo Strüver (Broich) verkürzten nach schönen Kontern auf 2:8. Ein bisschen Glück und die Kreis-Elf hätte noch ein- oder zweimal Jubeln können. So hatten die Alemannen das letzte Wort. Erneut Thiele und Oguzhan Kefkir hievten die Torausbeute der Schwarz-Gelben in die Zweistelligkeit.
"Die erste Halbzeit war richtig gut. In der zweiten fehlte uns die Ordnung, da stimmte die Organisation nicht", bilanzierte Aachens Trainer Ralf Aussem nach der fairen Partie, mit der Schiedsrichter Benjamin Bläser keinerlei Probleme hatte. Das selbstgesteckte Ziel, mit zehn Treffen Unterschied zu gewinnen, verpassten seine Jungs. Spiegelbildlich fiel das Fazit von Marco Bachmann, Meistertrainer von Alemannia Straß, aus. "Das erste Gegentor kam leider viel zu früh, außerdem waren fünf der acht Tore in der ersten Hälfe Geschenke, weil wir unachtsam waren", so der 35-Jährige. "Doch nach der Pause haben wir Charakter gezeigt, das war richtig gut, wenn man bedenkt, dass die Alemannia Drittligist ist und gut im Training steht."
Max Weinberger (Bergstein), der im zweiten Abschnitt so manchen Ball aus der Gefahrenzone beförderte, fand das Ergebnis in Ordnung, "denn chancenlos waren wir nicht". "Es hat Spaß gemacht", befand auch Sascha Rösler, prominenter Alemannia-Rückkehrer, der zur Freude der Zuschauer 90 Minuten durchspielte und am Ende von jungen Autogrammjägern umlagert war. Timmy Thiele, "man of the match", war glücklich, nach seiner zehnmonatigen Verletzungspause einen Hattrick gelandet zu haben. "Das ist gut fürs Ego, egal wie der Gegner heißt. Wir müssen als Team Halt finden, da gehen wir jedes Spiel ernsthaft an."
Beeindruckt waren alle von der tollen Sportanlage und der trotz Dauerregens großen Kulisse. "Das Spiel hat sich für uns gelohnt, auch wenn die Mannschaft am Ende etwas müde war. Wir werden künftig viel stärker in der Region präsent sein", kündigte Aachens Sportdirektor Uwe Scherr Tuchfühlung zu den Fans vor den Toren Aachens an.
Gelohnt hat sich das Freundschaftsspiel im Rahmen des Kreis-Jubiläums auch für die Hilfsorganisation "Menschen helfen Menschen" und das Aachener Café Plattform. Bei einem Elfmeterschießen auf das Tor von Alemannia-Torwart Tim Krumpen hielt der Vossenacker in der Pause acht der zehn Schüsse der Prominenten. Da dank des Sponsorings der Sparkasse Düren sowie des DN/Jülicher-Woche-Verlags jeder Elfer 350 Euro wert war, gingen 700 Euro an "Menschen helfen Menschen", 2800 an die Einrichtung für Obdachlose. Auf dem tückisch glatten Rasen legten zwei der Schützen allerdings eine unfreiwillige Bauchlandung hin ...
Auch Heinz Frohn, Geschäftsführer des SV Hambach war zufrieden, ging der Erlös des Spiels doch an die eigene Jugendabteilung. Viele Hände hatten den Nachmittag vorbildlich organisiert. "Hätte die Sonne geschienen, wären einige Hundert Besucher mehr gekommen", mutmaßte er.
Als sich nach dem Schlusspfiff erste Sonnenstrahlen zeigten, strahlten auch die Schirmherren Landrat Wolfgang Spelthahn und Niederziers Bürgermeister Hermann Heuser, in der Wolle gefärbter Alemannia-Fan: "Das war eine schöne Werbung für den Fußball, insbesondere für die Alemannia, das Aushängeschild unserer Region." Für beide auf jeden Fall eine Wiederholung wert.






