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Isola plant eine konzertierte Aktion "Trainingszentrum", um die Fachkräfte von morgen zu sichern

Isola-Geschäftsführer Karl Stollenwerk (l.) erläuterte Landrat Wolfgang Spelthahn beim Rundgang durch die Produktionshallen das Herstellungsverfahren der kupferkaschierten  Laminatplatten. Im Bild von rechts: Ausbildungsleiter Michael Weber, Personalleiter Rainer Deliege sowie die Wirtschaftsförderer Anette Reinholz und Heinz Mannheims.
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Isola-Geschäftsführer Karl Stollenwerk (l.) erläuterte Landrat Wolfgang Spelthahn beim Rundgang durch die Produktionshallen das Herstellungsverfahren der kupferkaschierten Laminatplatten. Im Bild von rechts: Ausbildungsleiter Michael Weber, Personalleiter Rainer Deliege sowie die Wirtschaftsförderer Anette Reinholz und Heinz Mannheims.
Um dem bevorstehenden Fachkräftemangel wirkungsvoll zu begegnen, plant die Dürener Firma Isola den Aufbau eines erweiterten Trainingszentrums für Jugendliche, denen die Ausbildungsreife fehlt. Bis zu 30 junge Menschen sollen darin so gefördert werden, dass sie am Ende die Facharbeiterprüfung in einem der anspruchsvollen Ausbildungsberufe der Dürener Industrie bestehen.

 "Bei uns wechseln in den Jahren 2016 bis 2019 voraussichtlich 70 Mitarbeiter in den Ruhestand", berichtete Isola-Geschäftsführer Karl Stollenwerk Landrat Wolfgang Spelthahn jetzt bei dessen Firmenbesuch. Mit den acht Auszubildenden, die Isola alljährlich einstellt, sei diese Veränderung nicht aufzufangen. Um nicht in die Demographie-Falle zu tappen, will das Unternehmen mit dem Trainingszentrum gegensteuern. In ihm sollen auf dem Arbeitsmarkt benachteiligte Jugendliche zur Ausbildungsreife gebracht werden. Zehn zusätzliche sollen es pro Ausbildungsjahr sein. Einen Teil der Erfolgreichen will man anschließend an sich binden, andere verlassen das Zentrum mit der Empfehlung, sich bei dem Traditionsunternehmen gezielt für die Berufswelt qualifiziert zu haben.

Isola weiß, dass man das Projekt nicht allein umsetzen kann und wirbt daher um Unterstützung und Partner in der Region. Dabei haben die Verantwortlichen sowohl die Vereinigten Industrieverbände als auch Politik und Verwaltung im Blick. "Da wir den Markt bestens kennen, sind die Inhalte der Qualifizierung nicht das Problem", so Isola-Personalleiter Rainer Deliege. Keine Erfahrung habe man dagegen auf dem Feld der Förderprogramme und -mittel.

Landrat Wolfgang Spelthahn beglückwünschte die Isola-Verantwortlichen zu ihrem Vorhaben und sagte seine volle Unterstützung zu: "Sie nehmen den demografischen Wandel ernst und ziehen rechtzeitig die richtigen Konsequenzen daraus. Wenn die Industrie selbst in die Beschäftigungsförderung einsteigt, ist das ein Quantensprung. Ihr Vorhaben ist vorbildlich und kann den Kreis Düren deutlich nach vorne bringen."

Die erforderlichen Fachleute hatten ihn schon zum Termin begleitet: Anette Reinholz, Leiterin der Wirtschaftsförderung des Kreises Düren, ihr Dürener Kollege Heinz Mannheims sowie job-com-Leiter Karl-Josef Cranen. Gemeinsam will man nun das Konzept erarbeiten, mit dem sich Vorreiter Isola um öffentliche Unterstützung bewerben kann.  "Wenn es uns gelingt, Menschen zu qualifizieren und sie von Unterstützungsempfängern zu  Beitragszahlern zu machen, dann haben alle etwas davon: die Betroffenen, die öffentliche Hand und die Unternehmen", waren sich alle einig.

Isola produziert das Basismaterial für die Leiterplattenindustrie. Von den einst 27 Herstellern in Europa sind - nicht zuletzt durch den Preisdruck aus Fernost - nur noch zwei übriggeblieben. Im Boomjahr 2000 beschäftigte Isola in Düren 1050 Mitarbeiter. Heute sind es nur noch knapp 350. Seit 2004 hat das Werk eine amerikanische Mutter. Seitdem ist der Betrieb deutlich verschlankt worden, was Personal, Produktions- und Lagerflächen angeht. Gering qualifizierte Kräfte werden kaum mehr beschäftigt. In der "Lackherstellung" zum Beispiel waren früher zwölf Mitarbeiter tätig, heute überwacht ein einzelner die Maschinen. Produziert wird nicht mehr auf Lager, sondern nur noch auf Bestellung. "Am Montag wissen wir noch nicht, was wir am Freitag herstellen", bringt Stollenwerk es auf den Punkt.

Unter der Leitung von Michael Weber werden zurzeit im industriellen Bereich Elektroniker, Industriemechaniker, Mechatroniker, Maschinen- und Anlagenführer sowie Zerspanungsmechaniker ausgebildet. Darüber hinaus gibt es ein breit gefächertes Angebot an Schulungen und Ausbildungsseminaren, das sich auch an die umliegende Dürener Industrie richtet. Aktuell arbeitet man mit über 35 Betrieben zusammen.

 
 

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