Geschichte und Kurzportrait des Kreises Düren

Informationen zum Kreiswappen

01.01.1972 – neuer Kreis Düren

Mit Wirkung vom 01.01.1972 entstand im Rahmen der kommunalen Neugliederung der neue Kreis Düren mit zu dem Zeitpunkt 14 kreisangehörigen Städten und Gemeinden, im wesentlichen durch Zusammenfassung der früheren Kreise Düren und Jülich.
Die Stadt Heimbach, die aus dem seinerzeit aufgelösten Kreis Schleiden in den neuen Kreis Düren eingegliedert, aber größtenteils mit der Stadt Nideggen zusammengefasst wurde, erlangte nach einem Urteil des Verfassungsgerichtshofs für das Land NRW vom 04.08.1972 ihre Selbständigkeit in den alten Grenzen zurück. Ab diesem Zeitpunkt gehören dem Kreis Düren 15 Kommunen an.
Seit dem 01.01.1975 hat der neue Kreis Düren, nachdem er aufgrund der Eingliederung der Ortschaften Wissersheim, Pingsheim und Dorweiler in die Gemeinde Nörvenich nochmals das Erscheinungsbild veränderte, seine endgültige Zusammensetzung gefunden.

Landschaftsbild

Der Kreis Düren liegt an der Nahtstelle von zwei Landschaften mit grundverschiedenen Charakteren: auf seinem Gebiet vollzieht sich der Übergang von den Ebenen der Niederrheinischen Bucht zum Mittelgebirge der Eifel. Im Norden dominiert die Landwirtschaft, der Süden des Kreises liegt im Naturpark Nordeifel. Große Waldgebiete mit ausgedehnten Wasserflächen, u. a. auch Teile der Talsperre “Schwammenauel”, die die Kraft der Rur bändigen, prägen hier das Landschaftsbild.

Die Rur zieht sich als Leitachse der Siedlungs- und Wirtschaftsentwicklung von Süd nach Nord durch den Kreis Düren. Viele Orten reihen sich entlang ihrer Ufer.

Mitten im Städte-Dreieck Aachen-Düsseldorf-Köln/Bonn gelegen ist der Kreis Düren die “Wirtschaftsregion im Grünen”. Innerhalb seiner 236 km langen Grenzen auf rd. 940 qkm Fläche leben heute mehr als 272.000 (Stand 31.12.2002) Einwohner/innen. Kreisstadt und Sitz der Verwaltung ist Düren.

Aufgrund seiner landschaftlichen Vielfalt, einer breit gefächerten Wirtschaftsstruktur – zwischen Forschung, moderner Technologie und traditionsreichen Unternehmen, wie z. B. der Papierindustrie – sowie einer Fülle von Bildungsmöglichkeiten und kulturellen Aktivitäten stehen den Bürgerinnen und Bürgern und all denjenigen, die es gerne werden möchten, viele Wege offen.

Zahlreiche soziale und medizinische Einrichtungen garantieren ein hohes Maß an Vor- und Fürsorge. Komplettiert wird das Bild eines lebens- und liebenswerten Kreises sicher auch durch zahlreiche Freizeit- und Touristikangebote, die zum “Urlaubmachen unmittelbar von der Haustür” einladen. Gerade in diesem Bereich dürfen die vielfältigen Umwelt- und Naturschutzmaßnahmen nicht unerwähnt bleiben.

Der Kreis Düren wird als zukunftsfähiger Kreis auch künftig eine tragende Säule in unserem euregionalen Wirtschaftsraum sein.

Kleiner Ausflug in die Geschichte

Im Kreisgebiet finden sich Spuren einer reichen und wechselvollen Vergangenheit, die als “Geschichte” im engeren Sinne fast 2000 Jahre umspannt.

Die früheste Ortsnennung betrifft den römischen “vicus juliacum” (Jülich), eine Siedlung an der damals bedeutenden Militärfernstraße zwischen Köln und Boulogne-sur-mer.

Im 1. bis 4. Jahrhundert n. Chr. zählte das Dürener Kreisgebiet zur römischen Provinz “germania inferior”. Bei der “Germanischen Landnahme” drangen ab dem 5. Jahrhundert Franken in das kelto-romanisch besiedelte Gebiet ein.

Im Mittelalter zählte der größte Teil des Kreisgebietes zunächst zum Jülich- oder zum nördlichen Zülpichgau. Aus dem Jülichgau ging die Grafschaft Jülich – später Herzogtum – hervor.

1242/46 erhielten die Jülicher Grafen den Reichsort Düren als Pfand, welches nie mehr ausgelöst wurde. Im 13. und 14. Jahrhundert war Nideggen die bevorzugte Residenz der Jülicher Landesherren.

Der Brückenkopf der Festung Jülich, der 1801 bis 1814 auf dem westlichen Rurufer angelegt wurde, erinnert an die 20-jährige Epoche unter französischer Herrschaft (1794 bis 1814). Damals waren Düren, Jülich und Linnich Kantonshauptorte im Arrondissement Aachen des Département de la Roer mit Sitz in Aachen.

Unter preußischer Herrschaft wurden 1816 Düren wie auch Jülich Hauptorte je eines (Land-)Kreises im Regierungsbezirk Aachen.

Das Wappen

Wappen des Kreises Düren

Das Wappen lässt viel von der gemeinsamen Geschichte erkennen:

Der Schild, von Gold (=Gelb) und Blau geteilt, zeigt oben einen wachsenden schwarzen Löwen mit roter Zunge, unten einen silbernen (=weißen) Bogen Papier mit einem aufliegenden schwarzen D (für Düren). Der wachsende Löwe deutet hin auf das Wappenzeichen der früheren Landesherren des Dürener Gebietes, der Herzöge von Jülich, die den springenden schwarzen Löwen im Schilde führten.

Graf Wilhelm II. von Jülich heiratete Alveradis, die Tochter des Grafen Albert von Maubach, und erbte nach dessen Tod 1177 die Grafschaft Maubach. Sie war die erste Erwerbung der Jülicher im Dürener Land. Bis 1423 war nach und nach das gesamte Kreisgebiet in deren Besitz übergegangen. Um 1185 baute Graf Wilhelm II. als neue Residenz die trutzige Festung Nideggen, eine der ältesten und machtvollsten Jülicher Burgen, welche – obwohl durch Kriegsereignisse und Erdbeben vom 16. bis 18. Jahrhundert zur Ruine geworden – doch ein hervorragendes Wahrzeichen aus der glanzvollen Herrscherzeit der Grafen von Jülich geblieben ist.

Die freie Reichsstadt Düren wurde 1246 vom Kaiser Friedrich II. durch dessen Sohn, König Konrad IV., an den Grafen Wilhelm IV. von Jülich verpfändet.

Diese Pfandschaft wurde vom Reiche niemals eingelöst, so dass Düren dauernd im Herzogtum Jülich verblieb.

Der weiße Bogen Papier würdigt die bereits seit der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts für das Dürener Land nachweisbare Papiermacherindustrie, die in dem reinen Wasser der Rur so günstige Voraussetzungen fand und Feinpapiere entwickelte, die Weltruf genießen.

Das Logo

Wappen des Kreises Düren

Das neue Logo des Kreises Düren wurde zum 1. Mai 1999 eingeführt.

Es besteht aus 3 Teilen: dem schwarzen Schrifttyp, der blauen gewellten Linie, die die Rur darstellt, sowie dem gelben Bogen, der als Symbol der Eifel steht mit ihrer Hügellandschaft.

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