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Geschichte - Burg Nideggen

Schon bei der Anfahrt zur Burg bietet sich dem Besucher ein eindrucksvolles Bild, denn stolz und imposant ragt Burg Nideggen auf dem Felsen empor. Die Burg blickt auf eine bewegte Geschichte zurück und ist damit ein einzigartiges Kulturdenkmal für die Geschichte des Mittelalters im Rheinland und in der Eifel.
Grundriss der Burg Nideggen
Grundriss der Burg Nideggen

Legende:

  1. Burggarten
  2. Äußeres Burgtor mit Zwinger, Pförtnerhaus
  3. Haupttor (Inneres Tor)
  4. Bergfried (Donjon)
  5. Palas
  6. Küchenturm
  7. Westturm (Damener ker) und Gebäude
  8. Brunnen
  9. Burggaststätte
Burg Nideggen wurde im 12. Jahrhundert als Wohnsitz der Grafen von Jülich erbaut und nachdem der Bergfried als erstes Gebäude der Burg zwischen 1177 und 1190 fertig gestellt wurde, folgten das Haupttor, die Wehrmauer, der Brunnen sowie der doppelstöckige Palas. Ihre kulturelle Blütezeit erlebte die Burg im 13. und 14. Jahrhundert. Danach war sie immer wieder Mittelpunkt historischer Ereignisse, die zum langsamen Verfall der Burg beitrugen. So wurde die Anlage z.B. bereits 1542 in Folge des Geldrischen Erbfolgekriegs unter Kaiser Karl V. zerstört. Mitte des 17. Jahrhunderts wurde die Burg Opfer weiterer Angriffe, so auch 1678 durch den Sonnenkönig Ludwig und fiel dem stetigen Verfall immer mehr anheim. Ein Erdbeben 1878 sorgte zusätzlich für starke Beschädigungen, doch ab 1902 wurde Burg Nideggen wieder aufgebaut und ab 1922 als Heimatmuseum genutzt. Nach ihrer erneuten Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wurde die Burg abermals ab Mitte der 50-er Jahre wieder hergerichtet und beherbergt seit 1979 im Bergfried das Burgenmuseum, das seine Besucher mit viel Liebe zum Detail in die Zeit der Ritter und der feudalen Feste eintauchen lässt.

1. Burggarten

Quadratische von Mauern umgebene Anlage, die erst nach dem Mittelalter entstand. Ein Tor an der Nordwestecke führte zum Burgflecken. In der Mitte der Westfront stand ein barockes Haus, das durch Mauern mit dem äußeren Burgtor verbunden war.
Äußeres Burgtor mit Zwinger und Pförtnerhaus
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Äußeres Burgtor mit Zwinger und Pförtnerhaus

2. Äußeres Burgtor mit Zwinger und Pförtnerhaus

Eingang zum äußeren Burghof, der als Zwinger diente. Im 14. Jahrhundert angelegt, im 16. Jahrhundert erneuert. Der Torweg ist überbaut von dem an die Südostmauer angelehnten Pförtnerhaus. Dieser zweigeschossige Fachwerkbau wurde im 18. Jahrhundert errichtet und nach der Zerstörung im Zweiten Weltkrieg im Jahre 1979 rekonstruiert. Heute ist das Haus der Dürener Sektion des Deutschen Alpenvereins zur Nutzung überlassen.
Haupttor (Inneres Burgtor)
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Haupttor (Inneres Burgtor)

3. Haupttor (Inneres Burgtor)

Einziger Zugang zur Hauptburg. Spätromanischer Torbau, der durch eine Wehrmauer mit dem Donjon, dem Wohn- und Verteidigungsturm, verbunden ist. 1901-1906 wurde das Tor wieder aufgebaut. Die Treppe an der Westseite wurde ergänzt.
 
Bergfried (eigentlich Donjon)
Bergfried (eigentlich Donjon)

4. Bergfried (eigentlich Donjon)

Der Bergfried wurde als erstes Gebäude der Burg gegen Ende des 12. Jahrhunderts errichtet. Er steht auf dem Ostende einer schmalen Felszunge, davor befindet sich der tiefe Halsgraben. Der Donjon war auf den Burgen des Hochadels in ganz Europa verbreitet. Er diente als Wohnturm, Festung und war Symbol der Macht. Im Inneren befanden sich Wohn-, Mannschafts- und Vorratsräume, Verlies und Kapelle. Er war beheizbar, hatte Toiletten und konnte verteidigt werden. Der Zugang erfolgte zuerst von der Südseite her über eine Leiter. Nach dem Bau des Haupttores und der Wehrmauer wurden der jetzige ebenerdige Eingang und im 14. Jahrhundert ein Treppenturm errichtet. Nachdem das Dach um die Wende des 18. Jahrhunderts zum Abbruch verkauft worden war kam es zum Verfall des Mauerwerks. Die Wiedererrichtung erfolgte im Jahre 1906. Von 1925 bis 1944 war der Donjon Sitz eines Heimatmuseums. Nach schweren Schäden im 2. Weltkrieg wurde er in den Jahren 1954 und 1955 erneut aufgebaut und 1979 wieder mit einem Dachhelm versehen. Seitdem befindet sich hier das Burgenmuseum, das seine Besucher mit viel Liebe zum Detail in die Zeit der Ritter und der feudalen Feste eintauchen lässt.
Palas
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Palas

5. Palas

Mit 61 Metern Länge und 16 Metern Breite der größte Saalbau auf einer Deutschen Burg des 14. Jahrhunderts. Er enthielt zwei zweischiffige Säle übereinander. Die Hauptfassade nach Süden ist durch zwei achteckige Seitentürme, einen Mittelturm und je zwölf große Kreuzstockfenster gegliedert. Der achteckige Turm im Westen (sogenannter Damenerker) enthielt repräsentative Räume, der Turm im Osten diente wirtschaftlichen Zwecken (sogenannter Küchenturm). An der Nordwestecke des Palas befand sich ursprünglich ein Treppenturm, auf dessen Fundamenten der kleine Turm des Restaurants steht. In der Mitte des Saales findet man noch Säulenreste. Auf den Standort der Nordwand weisen heute Mauerreste hin. In der Stirnwand befand sich eine Nebentreppe zum Obergeschoss. Unter dem Palas befinden sich Kellergewölbe, die zum Teil verschüttet sind.

6. Küchenturm

Die Ostflanke des Palasgebäudes wird durch einen achteckigen Turm geschützt, dessen Höhe bis 1944 noch 14 Meter betrug. Er wurde in der Mitte des 14. Jahrhunderts erbaut. Die zur Linken im Mauerwerk aufsteigende Treppe führte vermutlich bis zum Dachboden und weiter bis zur Spitze des Turmes. Sie ist im oberen Teil der Ostwand des Palas rekonstruiert worden. Das untere Geschoss hat als Vorratsraum für die Küche gedient, die unter dem Palas lag. Vor allem hatte der Turm jedoch Verteidigungsfunktionen zu erfüllen.

7. Westturm (sogenannter Damenerker) und Gebäude

Der Westturm besteht überwiegend aus Bausubstanz des 14. Jahrhunderts. Im Inneren befinden sich Reste der Wangen eines Kamins, dessen Kehlen mit Rosetten ausgelegt sind. Der Turm diente repräsentativen Zwecken. Vermutet werden hier auch die Kemenaten für die weiblichen Mitglieder der gräflichen Familie. Die Gebäude auf der Westseite sind 1901 bis 1906 auf alten Fundamenten neu errichtet worden. In den Jahren 1948 bis 1950 erfolgte der Wiederaufbau nach der Zerstörung im 2. Weltkrieg. Heute befindet sich in diesen Gebäuden die Burggaststätte. Das Aussehen der früheren Gebäude an der West- und Nordseite der Burg ist weitgehend unbekannt.
Brunnen
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Brunnen

8. Brunnen

Der Brunnen war 95 Meter tief und folgte zum Teil einer natürlichen Felsspalte. Seit 1945 reicht er nur noch bis in etwa 30 Meter Tiefe.
 

Zentrales Gebäudemanagement des Kreises Düren

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