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Legionellen: Eine Spur führt zum Forschungszentrum Jülich

Fragen beantwortet das Gesundheitsamt unter 02421/22-2408, am Samstag von 10 bis 14 Uhr und von Montag bis Freitag von 7.30 bis 20 Uhr.
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Fragen beantwortet das Gesundheitsamt unter 02421/22-2408, am Samstag von 10 bis 14 Uhr und von Montag bis Freitag von 7.30 bis 20 Uhr.
Der Kreis Düren ist bei der Suche nach der Herkunft der Legionellen, die im Raum Jülich bislang 24 Fälle von Lungenentzündungen verursacht haben, auf eine heiße Spur gestoßen. Im Wasser eines Rückkühlwerkes des Forschungszentrums Jülich wurde eine deutlich erhöhte Zahl von Legionellen festgestellt. Ob dieses Rückkühlwerk tatsächlich der Auslöser der Erkrankungen ist, müssen weitere Untersuchungen zeigen.

In Absprache mit Karsten Beneke, stellvertretender Vorstandsvorsitzender des FZJ, wurde das Rückkühlwerk am Freitagmittag sofort heruntergefahren. Es kann erst nach erfolgreicher Desinfektion wieder in Betrieb genommen werden.

Die Wasserproben aus den drei Rückkühlwerken des Forschungszentrum waren vom 19. bis 22. September vom LANUV und Gesundheitsamt entnommen und im Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn (Direktor: Prof. Dr. med. M. Exner) untersucht worden. In den beiden anderen Rückkühlwerke konnten keine Legionellen nachgewiesen werden. Dennoch werden sie weitmöglich gedrosselt und die bestehende Desinfektion maximiert. Eine Wasserverbindung zu dem abgeschalteten Rückkühlwerk besteht nicht.

Dr. Norbert Schnitzler, Leiter des Gesundheitsamtes des Kreises Düren: "Ich bin überrascht, dass wir hier fündig geworden sind, denn die Anlagen sind sehr gepflegt." Bei der Einleitung der weiteren Maßnahmen habe sich das Forschungszentrum äußerst kooperativ gezeigt, betont er.

Bei 24 Patienten wurde eine Legionellen-Infektion nachgewiesen

24 Menschen sind oder waren bislang im Stadtgebiet Jülich und angrenzenden Orten an einer durch Legionellen verursachte Lungenentzündung erkrankt. Bei 21 wurde der Nachweis indirekt durch das Vorhandensein von Antiköpern erbracht. Bei drei weiteren Patienten konnte Legionellen-DNA im Bronchialsekret direkt nachgewiesen werden. So besteht nun die Chance, einen genetischen Fingerabdruck des tatsächlichen Erregers zu erstellen. Damit ließe sich genau bestimmen, ob die in einer Wasserprobe befindlichen Legionellen als Auslöser der Lungenentzündungen infrage kommen oder nicht.

Obduktion ergibt andere Todesursache

Insgesamt besteht oder bestand bei rund 70 Patienten klinisch ein Verdacht auf eine Infektion mit Legionellen. Neben den erwähnten 24 positiv Getesteten gibt es sieben Patienten, bei denen andere Gründe für die Lungenentzündung gefunden werden konnten (bestimmte Viren und Bakterien). Bei mittlerweile 30 Patienten geben die serologischen Untersuchungen inklusive Legionellen keinen Hinweis auf den zugrundeliegenden Erreger. Die Ergebnisse der noch ausstehenden Untersuchungen werden weitestgehend bis zum Wochenende erwartet. Bei einem der beiden verstorbenen Patienten, bei denen eine Legionellen-Infektion zunächst nicht auszuschließen war, ist durch Obduktion inzwischen eine andere Todesursache festgestellt worden.
 
 

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