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Kreis Düren

Aus unserer Reihe zum Thema Tierschutz: Darf es auch ein Herdenschutzhund sein?

Nichts ist niedlicher als Welpen der Maremmen-Abruzzen-Schäferhunde. Kleine weiße Teddys, die unglaublich offen und neugierig in die Welt schauen. Die ausgewachsenen Hunde haben ein stattliches, majestätisches Erscheinungsbild.

Territorial veranlagt

Die Rüden werden bis zu 73 cm groß und 45 kg schwer. Mit einem solchen Hund an seiner Seite kann nichts mehr passieren. Also der ideale Familien-Schutzhund?

Der Maremmen-Abruzzen-Schäferhund ist seiner Bestimmung entsprechend ein Arbeitshund, der seine Herde und den Hof beschützt. Er ist sehr wachsam, territorial veranlagt, mutig und im Ernstfall verteidigungsbereit. Niemals zeigt er blinden Gehorsam, denn er wurde jahrhundertelang auf Selbständigkeit und Eigenständigkeit gezüchtet. Die selbstbewussten, intelligenten Tiere befolgen Befehle nur dann, wenn sie ihnen sinnvoll erscheinen. Sie betrachten Menschen nicht als ihre Gebieter, sondern im besten Fall als Freunde. Ein Maremmen-Abruzzen-Schäferhund wird jeden Fremden, der sich seinem Rudel nähert, lauthals anbellen und in Schach halten. Einem Angriff weicht er nicht aus, er beschützt unter Einsatz seines Lebens.

Werden Herdenschutzhunde schon als Welpen oder Junghunde in eine Schafherde integriert, sind sie mit ihrer Herde untrennbar verbunden. Sie schlafen, leben und fressen gemeinsam, leisten eine Art Geburtshilfe bei den Muttertieren und lecken die neugeborenen Lämmer trocken. Sie entfernen sich nie weit von ihrer Herde. In dieser selbstbestimmten Lebensform und der ihm zugeteilten Arbeitsaufgabe lebt dieser Schäferhund zufrieden und entwickelt ein ausgeglichenes Wesen.

Entspricht nicht seinem Wesen

Das Leben innerhalb einer Familie, ohne feste Aufgabe, ohne freie Entscheidungen mit Sitz, Platz und täglichem Leinenspaziergängen entspricht ganz und gar nicht dem Wesen dieses stolzen Tieres. Der Hund verkümmert. Im schlimmsten Fall kommt es zu aggressiven Reaktionen aufgrund der permanenten Unterforderung und sich verstärkenden Unausgeglichenheit.

Nein, dieser Herdenschutzhund ist kein idealer Familienhund. Auch die Antwort auf die Frage, ob es dann vielleicht ein Pyrenäen Berghund oder ein Kaukasischer Owtscharka sein könnte, lautet NEIN.

Nehmen Sie diesen stolzen Hunden nicht ihre Selbstständigkeit und den hohen Grad an Freiheit. Schauen Sie sich alternativ doch einmal bei den vielen Rassen der Hütehunde um. Vielleicht liegt hier das Glück für Mensch und Hund.

Bei Anregungen und Fragen wenden Sie sich gerne per E-Mail an: tierschutzkreis-duerende.

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  • ©Steve Alejandro - stock.adobe.com

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