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Kreis Düren

Autonomes Fahren: Land fördert Schienenprojekt im Kreis Düren

Autonomes Fahren ist die Zukunft, ob im Auto oder im Zug: NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes übergab am Mittwoch (22.12.) an Bahnhof Jülich einen Förderbescheid von gut einer Million Euro für den so genannten Brain Train JuLiA, der zwischen Jülich und Linnich erprobt werden soll.

Testbetrieb zwischen Linnich und Jülich

Autonomes Fahren ist die Zukunft, ob im Auto oder im Zug: NRW-Verkehrsministerin Ina Brandes übergab gestern (22.12.) am Bahnhof in Jülich einen Förderbescheid von gut einer Million Euro für den so genannten Brain Train JuLiA, der zwischen Jülich und Linnich erprobt werden soll. Auf einer Strecke von zehn Kilometern erforscht das Projekt intelligente Lösungen für selbstfahrende Züge: von teilautomatisiert, also mit einem Operator an Bord, bis voll autonom. 

Der Testbetrieb des BrainTrain JuLiA ist ab kommendem Jahr geplant. JuLiA steht dabei für "Jülich Linnich Autonom". Die Züge sollen dabei unter Reallabor-Bedingungen parallel zum bestehenden Zugverkehr fahren. Nach und nach ist ein Übergang zum teilautonomen Regelbetrieb vorgesehen, mit einer optionalen Ausweitung auf den weiteren Streckenzweig in Richtung Düren. 

Betrieben wird das Forschungsprojekt von einem Konsortium bestehend aus der Ruhrtalbahn, RWTH Aachen, dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), dem Forschungszentrum Jülich sowie dem Unternehmen Scheidt & Bachmann.

Ministerin Ina Brandes übergab einen Förderbescheid für den Brain Train JuLiA am Jülicher Bahnhof. Foto: NRW-Verkehrsministerium / Ralph Sondermann

Landrat: "Baustein für den Strukturwandel"

Verkehrsministerin Ina Brandes sagte: „Nordrhein-Westfalen ist schon heute eine Modellregion der Mobilität 4.0. Das zeigen wir mit autonom fahrenden Linienbussen, eTarif für Bus und Bahn oder digital vernetzten On-Demand-Shuttles, die in Stadt und Land unterwegs sind. Jetzt treiben wir auch das autonome Fahren auf der Schiene voran: Die Landesregierung unterstützt die Entwicklung des selbst fahrenden Zuges ‚BrainTrain JuLiA‘, der 2022 endlich im Testbetrieb ab Jülich startet. Damit leisten wir auch einen Beitrag zur besseren Vernetzung von Wissenschaftsstandorten im Rheinischen Revier.“ 

"Das Projekt ist ein weiterer Baustein für den Strukturwandel im Kreis Düren. Autonomes Fahren ist ein bedeutendes Forschungsfeld, sowohl für die Straße als auch die Schiene. Im Aldenhoven Testing Center forschen wir bereits am autonomen Fahren für die Straße. Deshalb freue ich mich, dass es jetzt auch ein entsprechendes Versuchsprojekt für die Schiene gibt. Die Entwicklung und der weitere Ausbau der Infrastruktur sind enorm wichtig für einen gelingenden Strukturwandel", so der Aufsichtsratsvorsitzende der Rurtalbahn, Landrat Wolfgang Spelthahn heute bei der Übergabe des Förderbescheides in Höhe von 1,07 Millionen Euro auch.

Autonom fahrende Züge, ob als Regionalbahn oder im Güterverkehr, böten dank künstlicher Intelligenz riesige Chancen, pünktlicher, flexibler und sicherer unterwegs zu sein, betonte Ministerin Brandes weiter. "Deshalb fördern wir spannende Projekte wie den ‚BrainTrain JuLiA‘ und kommen so unserem Ziel näher, mehr Verkehr auf die Schiene zu verlagern und zugleich das Klima zu schonen.“ 

Am Puls der Zeit

„Die Zielsetzung der Forschung stellt in meinen Augen auch eine Lösung für den bereits vorhandenen Personalmangel dar. Nur mit technischer Weiterentwicklung des Systems Eisenbahn lassen sich zukünftig die Verkehrsleistungen insbesondere im ländlichen Raum entwickeln und realisieren. Grundlage hierfür sind die prognostizierten und angestrebten Fahrgastentwicklungen“, sagt Herbert Häner, Geschäftsführer Ruhrtalbahn GmbH.

Dr. Michael Lenders, Geschäftsführer Scheidt&Bachmann GmbH: „Mit der Entwicklung im Projekt ‚BrainTrain‘ sind wir mit einem hochkompetenten Konsortium am Puls der Zeit, was die Welt der digitalen Schiene angeht. ATO over ETCS – die Kombination aus ATO und ETCS, dem European Train Control System, also – birgt große Potenziale für den digitalisierten Schienenverkehr in Deutschland. Besonders erfreulich ist für uns, dass wir solch eine Entwicklung direkt ‚vor der eigenen Haustür‘ in Nordrhein-Westfalen angehen dürfen, zusammen mit einem innovativen Betreiber wie der Rurtalbahn!“

Insgesamt stellte das Land für autonomes Fahren auf der Schiene in diesem Jahr 2,5 Millionen Euro zur Verfügung. Mit der Anfangsfinanzierung wird der Rurtalbahn und ihren Projektpartnern nun die Anschaffung und Umrüstung eines Schienenfahrzeugs für den Versuchs- und Testbetrieb ermöglicht.

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Bildnachweise

  • © Boris Zerwann, stock.adobe.com
  • NRW-Verkehrsministerium

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