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Kreis Düren

Unkomplizierte Hilfe in Zeiten der Krise

Als Existenzen während der Corona-Pandemie auf dem Spiel standen, war die job-com des Kreises ein wichtiger Anker für Betroffene

Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben auf sehr unterschiedliche Weise bestimmt

Die Kartoffelküche in Aachen auf dem Markt.

Jeder Mensch hat eine Corona-Geschichte zu erzählen. Manchmal geht es um Mut, manchmal um Angst, Trauer, um Verluste oder Hilflosigkeit. Und manches Mal geht es um die eigene Existenz. Die Corona-Pandemie hat unser aller Leben auf sehr unterschiedliche Weise bestimmt, zwei dieser Geschichten möchten wir an dieser Stelle erzählen. 

I: Von 100 auf 0

Damals, in der Zeit vor der Pandemie, standen Andrea und Olaf Felten aus Düren regelmäßig mit ihrem Imbisswagen "Kartoffelküche" auf dem Aachener Markt. Auch auf anderen Veranstaltungen waren sie zu finden und haben regelmäßig Besucher der Burg Satzvey mit ihren Reibekuchen verköstigt. "Vor der Pandemie lief es richtig, richtig gut", sagt Andrea Felten. Ihr kleines Unternehmen sei immer weiter gewachsen. Und dann kam das Virus. "Man wurde getroffen und wusste nicht, wie es weiter gehen soll. Wir waren von heute auf morgen arbeitslos", sagt Olaf Felten. Mit den Lockdowns und weiteren strengen Maßnahmen war das Geschäft der beiden zum Erliegen gekommen. Fixkosten liefen dennoch weiter, doch die Einnahmen fehlten. Für Familie Felten war das eine neue, eine belastende Situation. Doch sie fackelten zum Glück nicht lange. Andrea Felten griff am 14. April 2020 zum Telefonhörer und meldete sich bei der job-com des Kreises Düren. Sechs Tage später hielt sie den Bewilligungsbescheid in den Händen.

"Es ist uns zum Glück gelungen, einen wesentlichen Beitrag zur Bekämpfung der wirtschaftlichen Folgen der Pandemie leisten", sagt Karl-Josef Cranen, Leiter der job-com des Kreises Düren. "Während der Pandemie sind viele Menschen zu uns gekommen, die niemals damit gerechnet hätten. Diese Menschen konnten wir unterstützen. Glücklicherweise hat der Gesetzgeber schnell reagiert und die Hürden für die Antragstellung im Hinblick auf Vermögen und Unterkunftskosten gesenkt", sagt er. Menschen wie Andrea und Olaf Felten, die keine Chance hatten, die Situation anders zu bewältigen. Da kam die schnelle und unkomplizierte Hilfe der job-com genau richtig. "Wir fühlten uns wirklich gut aufgehoben, es ging alles ganz schnell und wir erhielten zahlreiche Tipps. Anfangs hat uns die Situation noch ein wenig überfordert, aber der Kreis Düren hat uns auf diesem Weg wirklich gut unterstützt", sagt Andrea Felten. Und das Wichtigste: "Wir sind noch da." Denn inzwischen dürfen sie ihre Reibekuchen wieder auf dem Markt anbieten, Leistungen der job-com erhalten sie keine mehr. "Es ist noch nicht so wie früher, aber wir sind auf einem guten Weg."

Erika Müller-Bong bei einem ihrer Nähkurse bei Prym in Stolberg.

II: Von Karneval zum Masken-Marathon

Einen ähnlichen Weg hat Erika Müller-Bong aus Jülich hinter sich. Müller-Bong ist freiberufliche Schneidermeisterin, näht viele Kostüme für den Karneval und gibt zudem Nähkurse bei der Firma Prym in Stolberg. Die Worte, die ihren beruflichen Erfolg vor der Pandemie beschreiben, kommen ihr ganz leicht über die Lippen: "Es lief einfach", sagt die Jülicherin. Doch Corona sollte ihr Leben auf den Kopf stellen. Während der Pandemie liefen die Aufträge für den Karneval gen Null. Nähkurse in Präsenz durften nicht mehr stattfinden. "Ich habe zwei Standbeine und alle beide brachen weg", sagt Müller-Bong. Eine Zeit lang habe sie sich mit dem Nähen von Alltagsmasken über Wasser gehalten. "Ich habe Masken genäht wie eine Irre", sagt sie und lacht. Sie habe heute noch Gummiband aus der Zeit übrig. Eine Weile hat sie dann von ihren Ersparnissen gelebt, doch im Januar 2021 hat sie sich bei der job-com gemeldet. Nach einem Online-Antrag und einigen Telefonaten hielt sie nur fünf Tage nach Einreichen des Antrags schon die Bewilligung in der Hand. "Das war sensationell", sagt sie. "Ab da ging es mir besser." 

"Natürlich war es unser Ziel, den Menschen sehr schnell zu helfen. Ein Team aus acht Personen hat sich nur mit den selbstständigen Corona-Betroffenen auseinandergesetzt", berichtet Cranen. Sie haben jeden Fall umgehend bearbeitet, wichtige Tipps und Ratschläge gegeben, die Hilfebedürftigkeit geprüft und die Einkommenssituation bewertet. Dementsprechend konnte die Hilfe individuell angeboten werden. "Wir haben auch ein bisschen Telefonseelsorge geleistet", sagt er. Denn die Ängste der Menschen kamen plötzlich, für alle war die pandemische Lage ein ganz großes Fragezeichen. Doch diese Phase haben Andrea und Olaf Felten als auch Erika Müller-Bong nun überwunden. Ihre Geschichten erzählen vor allem von Mut und Durchhaltevermögen.

Erläuterungen und Hinweise

Bildnachweise

  • Dank der Unterstützung der job-com während der Pandemie können Olaf und Andrea Felten sowie Erika Müller-Bong (v.r.) wieder aufatmen. Job-com-Leiter Karl-Josef Cranen (l.) und sein Team haben die Betroffenen unter-stützt.
  • Olaf Felten
  • Andreas Müller

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