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Kreis Düren

1. Zukunftstalk des Kreises Düren: Philosoph Richard David Precht hebt grünen Wasserstoff hervor

"Der Kreis Düren hat große Pläne und ehrgeizige Ziele." Der das sagt, ist bekannt aus dem Fernsehen: Helge Fuhst. Der 37-Jährige moderiert die ARD-Tagesthemen, ist Medien-Manager und ein prominenter Journalist.

Die Themen Klimawandel, Bildung, Digitalisierung und Wasserstoff im Fokus

Am Montagabend moderiert er den 1. Zukunftstalk des Kreises Düren und spricht mit Deutschlands wohl bekanntesten Philosophen, Richard David Precht – darüber, wie sich die Welt durch Corona verändert und über die Wachstumsoffensive des Kreises Düren.

Es geht zunächst um die derzeit großen Themen: Klimawandel, Bildung, Digitalisierung. Natürlich auch um die aktuell laufenden Koalitionsverhandlungen und das, was kommen kann. Diese Themen spielen auch vor Ort, im Kreis Düren, eine große Rolle. Immer wieder weist Landrat Wolfgang Spelthahn darauf hin, dass Wachstum im Kreis Düren nicht nur bedeute, dass bis 2025 rund 30.000 neue Einwohner gewonnen werden sollen. Wichtig sei vor allem die Qualität des Wachstums, seine Nachhaltigkeit. Und dabei geht es um den Klimawandel, um Bildung und eine gute digitale Infrastruktur. 

Zukunftstalk Kreis Düren: Richard David Precht und Moderator Helge Fuhst (r.) im Gespräch

Bis 2035 will der Kreis Düren klimaneutral sein. Ein wichtiger Baustein auf diesem Weg ist die Wasserstoffoffensive des Kreises Düren. Zur Jahreswende fahren die ersten fünf mit Wasserstoff (H2) betriebenen Busse durch den Kreis, viele weitere folgen, auch Züge. In dieser Woche erfolgt der Baustart für einen großen Solarpark am Brainergy Park in Jülich. Aus Sonnenenergie wird dann umweltfreundlicher, also grüner Wasserstoff im Kreis Düren produziert. 

Diese Art der H2-Herstelltung ist auch für Richard David Precht ein Zukunftsmodell. "Wasserstoff muss grün hergestellt werden", sagt er beim Zukunftstalk im Bismarck Quartier (Dorint Hotel) in Düren. Dann spiele die Technologie eine Stärke gegenüber der batteriebetriebenen Elektromobilität aus. Die Herstellung von Batterien erfolge oft in Ländern unter Missachtung von Menschenrechts- und Umweltstandards. 

Precht betonte, dass Wachstum heute nicht funktioniere, ohne einen Schwerpunkt auf Nachhaltigkeit zu legen. Der größte Klimasünder sei die Landwirtschaft, deshalb empfehle er, dass sich Kreise im Rahmen ihrer Möglichkeiten für regionale Produkte einsetzen. "Es sollte bei uns keine Äpfel aus Neuseeland geben", sagte Precht. Der Philosoph und Bestseller-Autor beschäftigte sich neben diesen Megatrends auch mit Fragen eines Grundeinkommens oder neuen Unterrichtsformen in Schulen. So plädierte er für ein Grundeinkommen von rund 1400 Euro und der Möglichkeit der Empfänger, bis zu einer bestimmten Summe anrechnungsfrei noch hinzuzuverdienen.

Moderner Unterricht sollte laut Precht auch von Experten und nicht nur von Lehrerinnen und Lehrern gestaltet werden. Wenn es beispielsweise im Deutsch-Unterricht um Gedichte ginge, sei es hilfreich, auch jemanden unterrichten zu lassen, der wirklich Gedichte schreiben kann, um so die jungen Menschen besser zu motivieren. 

Philosoph Richard David Precht (2. v. l.), Moderator Helge Fuhst (3. v. l.), Landrat Wolfgang Spelthahn (l.) und Mit-Organisator Gregor Busch.

Der am Montag gestartete Zukunftstalk Kreis Düren wird am 24. Januar fortgesetzt. Eingeladen werden einmal im Quartal Persönlichkeiten, die sich mit spannenden Themen unserer Zeit beschäftigen und dabei auch die Situation des Kreises Düren beleuchten, gewissermaßen mit dem Blick von außen. Zum Konzept der neuen Reihe mit Moderator Helge Fuhst gehört auch die Beteiligung der Gäste, die die Möglichkeit haben, Fragen zu stellen. Davon wurde am Montag im Bismarck Quartier rege Gebrauch gemacht -  ein gelungener Abend, der zeigte, dass Zukunftsthemen durchaus spannend, informativ und auch unterhaltend präsentiert werden können.

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