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Kreis Düren

22. Ehrenpreisverleihung: Stille Helden des Alltags treten ins Rampenlicht

Jeder macht etwas anderes, aber alle sind voll und ganz mit dem Herzen dabei: Das zeigte sich am Dienstagabend (17.5.) bei der 22. Verleihung der Ehrenpreise für Soziales Engagement des Kreises Düren.

"Bereicherung für den Kreis Düren"

Während der zweistündigen Feier würdigte Landrat Wolfgang Spelthahn in der Kreuzauer Festhalle 25 Einzelpersonen oder Gruppen, die sich über lange Zeit vorbildlich zum Wohle anderer engagiert haben. Wie stets überreichte er zudem einen Indeland-Preis und – aus gegebenem Anlass – vier Sonderpreise unter dem Stichwort Flutopferhilfe. Wie stets waren die Vorschläge zur Ehrung aus der Bevölkerung gekommen; eine Jury, bestehend aus Vertretern der Kreistagsfraktionen, hatte unter Vorsitz des Landrates die Auswahl getroffen. 

Musikalische Unterhaltung bot die einheimische Gruppe "Raderdoll".

Anerkennung: Je eine Urkunde und ein Geldgeschenk

Als die Gäste zum gemütlichen Beisammensein in die Gastronomie wechselten, bat der Landrat alle Urkundenempfänger noch kurz zum Gruppenbild auf die Bühne. Und einmal mehr zeigte sich, wie groß, vielfältig, lebendig und wertvoll das freiwillige Engagement der Menschen im Kreis Düren ist. "Jeder von Ihnen bereichert unseren Kreis Düren", hatte Landrat Wolfgang Spelthahn eingangs unterstrichen. 

Dank des Engagements der Sparkasse Düren erhielten die Preisträger wie stets neben der Urkunde jeweils einen Scheck über 250 Euro. Möglicherweise wartet auf den ein oder anderen auch noch eine Reise nach Berlin, wo alljährlich der Deutsche Engagementpreis verliehen wird, für den die Preisträger nominiert sind.  Für musikalische Kurzweil sorgte "Raderdoll". 

Vier Sonderpreise Flutopferhilfe

  • Vom selbstlosen Engagement Hans Ulrich Reinartz' profitierten Tausende Menschen, die 2021 von der Flutkatastrophe betroffen waren, darunter Menschen in Eschweiler und Langerwehe. Er stellte seinen gesamten Fuhrpark kostenlos zur Verfügung, stiftete Lebensmittel und Hilfsgüter und ist bis heute Ansprechpartner für Flutopfer. 

  • Nachdem der Campingplatz in Kreuzberg an der Ahr vom Hochwasser zerstört worden war, packten die Campingfreunde Titz an folgenden Wochenende tatkräftig mit an, um ihn wiederherzustellen. 

  • Die Aktiven im Medical Service NRW suchen vermisste Personen, stellen dringend benötigte Rettungsmittel wie Defibrillatoren leihweise zur Verfügung und engagieren sich in Notfällen seelsorgerisch. Sie leisten nicht nur bei Großereignissen wie der Flutkatastrophe wertvolle Hilfe. 

  • Nach der Renovierung ihrer Sportanlage sahen sich die Mitglieder des FC Rhenania Girbelsrath vor eine neue Herausforderung gestellt: Sie unterstützten Flutopfer in der Region. Über mehrere Wochen sammelten sie Hilfsgüter. 

Indeland-Preis 2022

Indeland-Preis geht nach Siersdorf

  • Nach ihrer Teilnahme an einer Dorfwerkstatt des Kreises Düren fanden in Siersdorf rund 30 Menschen zusammen, um gemeinsam Projekte umzusetzen. So entstanden vor Ort ein Insektenhotel mit Infotafeln und eine Bouleanlage. Zudem organisierte das Team einen riesigen Dorftrödelmarkt und widmet sich aktuell dem Umwelt- und Klimaschutz.  

25 Ehrenpreise für Soziales Engagement des Kreises Düren

  • Im Repair-Café der Evangelischen Gemeinde zu Düren stehen zehn Ehrenamtliche Besuchern mit Rat und Tat zur Seite, wenn sie defekten Geräte heilen wollen. Das Team bietet seinen Service kostenlos an und bittet lediglich um eine Spende zum Werkzeugkauf. 
  • 1977 trat Guido Gerhards in die Jugendfeuerwehr Luchem ein, 1982 wechselte er in den aktiven Dienst. Später wurde er Führer des Katastrophenschutzes und Leiter der Gesamtfeuerwehr Langerwehe. Ihm ist es zu verdanken, dass  die Wehr ständig gewachsen und so gut aufgestellt ist. 
  • Seit fast fünf Jahrzehnten engagiert sich Heike Wirtz-Bonn als Gemeinschaftsleiterin "Blutspende, Rettungs- und Sanitätsdienst" des Deutschen Roten Kreuzes. Seit 2014 sammelt sie in der Weihnachtszeit mit selbstgefertigten Kunstobjekten Spenden für andere Menschen. Trotz einer Erkrankung bleibt sie aktiv.  
  • Seit gut sechs Jahren sammeln die sieben Ehrenamtlerinnen des Kleidertreffs Merzenich Kleidung und Spielsachen. Ihre Einnahmen stellen sie der Gemeinde Merzenich zur Verfügung, die das Geld für soziale Projekte verwendet, etwa für aus der Ukraine Geflüchtete.   
  • Seit über einem Vierteljahrhundert bietet Christa Leroy hilfebedürftigen Menschen seelischen Beistand an und unterstützt sie bei der Suche nach Lösungen. Zudem engagiert sie sich seit 2004 in der Hospizbewegung und überdies in der Notfallseelsorge.  
  • Die IG "Alleen mit Pänz" wendet sich kreisweit an Alleinerziehende, die (oder deren Kinder) unter einer Krankheit, Behinderung oder Armut leiden. Bei den kurzweiligen Gruppentreffen und Ausflügen erleben sie unbeschwerte Stunden.  
  • Die IG Golzheim beflügelt das Zusammenleben der Menschen in dem Dorf seit 2009. 150 Mitglieder bringen ihre Ideen ein. In ihrem Halbjahreskalender weist die IG auf Angebote wie Einkaufsfahrdienste, Garagentrödelmärkte, Sport- und Spielveranstaltungen und vieles mehr hin.  
  • Über ein reges Dorfleben freuen sich auch die gut 400 Selhausener. Ihr Ortsverein Selhausen e.V. lädt zu Festen, Umzügen, Radtouren und Zeltlagern ein. Für Senioren gibt es allmonatlich eine Kaffeetafel. Auch die Grillhütte ist seit 2013 ein beliebter Treffpunkt. 
  • Seit 2004 ist das ehemalige Feuerwehrhaus in Heistern als Jugendtreff JUWEL e.V. Anlaufstelle für Kinder und Jugendliche im Wenauer Land. Die Vereinsmitglieder sorgen dafür, dass sich der Nachwuchs dort täglich bis 22 Uhr treffen kann, um zu spielen, kochen, basteln oder experimentieren. 
  • Dem Engagement Bruno Schmidts ist es zu verdanken, dass Menschen, die im Kreis Düren von der unheilbaren Nervenkrankheit ALS betroffen sind, Unterstützung finden. 2015 gründete er als Betroffener den Selbsthilfeverein "ALS – Alle lieben Schmidt e.V.". Um Spenden für ein ALS-Filmprojekt zu sammeln, fuhr er damals fast 1000 Kilometer mit dem Rad durch Deutschland.  
  • Die elf ehrenamtlich Aktiven der Unterstützungseinheit der Freiwilligen Feuerwehr Nideggen sind stets zur Stelle, um ihre Kollegen am Einsatzort mit Getränken und Speisen zu versorgen. So zum Beispiel bei der Hochwasserkatastrophe oder als ein Waldbrand die Helfer drei Tage in Atem hielt.  
  • Seit 20 Jahren engagiert sich Gerda Arnold in der Selbsthilfegruppe Schlaganfall. Sie macht den Betroffenen Mut, neue Lebensperspektiven zu entwickeln und fördert durch Veranstaltungen die Zusammenarbeit mit Einrichtungen wie etwa Krankenhäusern.   
  • Der Zusammenschluss "Winden aktiv" hat in dem Kreuzauer Ortsteil an vielen Stellen Positives bewirkt. Die Ehrenamtlichen kümmern sich um Grünflächen und stellen Hingucker wie eine Wasserpumpe, ein Mühlrad oder eine Kelter auf, um an Besonderheiten der Ortsgeschichte zu erinnern.  
  • Seit 1988 ist die UNICEF-Gruppe Düren aktiv. Das Team um Brigitte Bürger sorgt durch persönliche Kontakte und Öffentlichkeitsarbeit dafür, dass die benachteiligten Kinder nicht aus dem Blickfeld verschwinden und sammeln Spenden, um konkrete Hilfe leisten zu können.  
  • Seit zehn Jahren sorgt die Tafel Langerwehe/Inden um die Organisatorin Ursula Schober in beiden Gemeinden dafür, dass überschüssige Lebensmittel nicht im Container verschwinden, sondern auf den Teller von Bedürftigen kommen. Dreimal pro Woche sind die Aktiven mit viel Herzblut im Einsatz. 
  • Seit der Umsiedlung des Ortes Pier im Jahr 2016 sorgt die Schützenbruderschaft St. Sebastianus Pier dafür, dass die Tradition nicht in Vergessenheit gerät und das Dorfleben weitergeht. Die Schützen organisieren Seniorennachmittage, Sportwettbewerbe und kümmern sich um die umgesiedelten Denkmäler.  
  • Bis zu 1800 Personen versorgt das Team der Dürener Tafel pro Woche mit Lebensmitteln. Seit 20 Jahren organisiert Edith Becker das Abholen und Verteilen der Spenden an Bedürftige. Dank ihres vielfältigen Einsatzes konnten zudem Kühlfahrzeuge angeschafft werden.  
  • Die "Rentnerband" aus Brandenberg ist in dem Eifeldorf zur Stelle, wo immer tatkräftige Hilfe vonnöten ist. Zäune oder Spielgeräte aufstellen, Festzelte errichten, eine behindertengerechte WC-Anlage mit Lagerraum bauen: Vom Einsatz der Truppe hat der Ort schon an vielen Stellen profitiert. 
  • Ähnliches leistet Udo Esser vom Verkehrsverein Vossenack-Simonskall in diesen beiden Orten. Ob Pflege, Unterhaltung, Instandsetzung, Beschilderung oder Pflanzaktionen: Udo Esser packt an. Auch um Digitales und Kartographierung kümmert er sich.  
  • Menschen, die mit der Digitaltechnik nicht per du sind, können sich an das Team des Internet-Cafés der Evangelischen Gemeinde zu Düren wenden.  Dreimal wöchentlich unterstützt es die Gäste mit Rat und Tat und hat schon über 90-Jährige zum Online-Banking verholfen. 
  • Seit 112 (!) Jahren besteht die Freiwillige Feuerwehr der Gemeinde Merzenich. Ihre Besonderheit: Sie ist unter anderem für ein Teilstück der vielbefahren Autobahn A4 zuständig, was die Aktiven mitunter vor große Herausforderungen stellt. Dazu bildet das Team sich ständig weiter. 
  • Der über 90 Jahre alte Arnold Greven ist auf vielen Feldern aktiv: Er ist Geschäftsführer des Fördervereins der Johannesschule Siersdorf, wirkt in der St. Nikolaus-Schützenbruderschaft Schleiden als Geschäftsführer und Brudermeister, engagiert sich in Kirchengremien und organisiert seit 2014 Seniorennachmittage.  
  • Anneliese und Josef Kommer kümmern sich gemeinsam mit Rudi Schall um einen Bildstock am Rande des Stockheimer Waldes. Während das Ehepaar die gärtnerischen Arbeiten erledigt, betreut der Restaurator den Bildstock. 
  • Seit 1966 ist Cläre Kramp in der Dürboslarer St. Ursula-Schützenbruderschaft aktiv, wo sie sich insbesondere um die Jugendlichen kümmert. Darüber hinaus wirkt sie in kirchlichen Gremien, dem Kirchenchor und der KG Schlemmännchere mit.  
  • In der Jugendabteilung von Schwarz-Weiß Düren sind Kinder und Teenager gut aufgehoben, die dank der überaus engagierten Trainer stets auf Ballhöhe sein wollen. Unabhängig von ihrer Herkunft sind dort alle willkommen, die Freude am Sport im Team haben. 

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