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Kreis Düren

Unterstützung im Unterricht – für jeden

Sie helfen dort, wo sie gerade gebraucht werden. Ihr Arbeitsplatz ist das Klassenzimmer. Geduld, Durchsetzungsvermögen und Empathie sind ihre Stärke. Die Rede ist von Inklusionsassistenzen.

Vielfältige Aufgaben, tolle Herausforderungen

Sie unterstützen im Unterricht die Lehrerinnen und Lehrer und sorgen dafür, dass Kinder mit und ohne Behinderung gleichberechtigt und gut miteinander lernen können. Astrid Rumiej ist als Inklusionsassistentin an der Anne-Frank-Gesamtschule in Düren tätig. "Es ist eine tolle Aufgabe, die mich komplett erfüllt", sagt die 57-Jährige. Sie begleitet „ihre“ Schüler seit der 5. Klasse, in der sowohl Kinder mit und ohne sonderpädagogischen Förderbedarf gemeinsam lernen. In der Regel haben Inklusionsassistenzen eine 30-Stunden-Woche. „Gerade bei den Jüngeren ist es wichtig, die Routinen beizubehalten und Orientierung zu geben“, sagt sie.

Es gibt nichts, was Astrid Rumiej nicht macht: Im Unterricht helfen, Streit schlichten, die Aufgabe noch einmal erklären, ablenkende Spielsachen wegnehmen oder für die nächste Lernaufgabe motivieren. Manchmal brauchen die Schülerinnen und Schüler auch einfach nur ein offenes Ohr für ihre Sorgen. Sie ist bei jedem Unterrichtsfach anwesend und hilft nach Absprache mit der jeweiligen Lehrkraft den Schülerinnen und Schülern, die gerade Unterstützung brauchen.  "Man muss auf jedes Kind individuell eingehen, jeder lernt anders und hat andere Bedürfnisse", weiß sie. Bei Kindern mit Sehschwäche achtet sie beispielsweise darauf, dass die Speziallampe an ist. Sie unterstützt die Lehrkräfte, indem sie Arbeitsblätter größer kopiert oder weist die Lehrkräfte und Mitschülerinnen und Mitschüler darauf hin, dass grüne Kreide an der Tafel nicht gut erkennbar ist. Kinder mit einer Lese- und Rechtschreibschwäche brauchen wiederum andere Unterstützung. "Wichtig ist, dass man sensibel und empathisch ist. Die Arbeit muss einem liegen. Die gute Zusammenarbeit mit den Lehrkräften ist hierbei sehr wichtig", sagt sie. 

Die Arbeit als Inklusionsassistentin erfüllt Astrid Rumiej voll und ganz. Sie hilft Schülerinnen und Schülern mit und ohne sonderpädagogischem Förderbedarf im Unterricht mit dem Lernstoff.

Bevor sie 2020 Inklusionsassistentin wurde, hat sie acht Jahre lang als Integrationshelferin in einer Grundschule gearbeitet. Die Integrationshelferinnen und -helfer sind anders als Inklusionsassistenzen jeweils nur für ein Kind zuständig und sichern das Teilhaberecht für dieses Kind. Inklusionsassistenzen hingehen sind für alle Kinder da und pro Klasse ist eine Assistenz vorgesehen, die den Unterricht unterstützt. Landrat Wolfgang Spelthahn sieht in der Aufgabe einen wichtigen Beitrag für die Gesellschaft. "Eine gute Bildung ist der Schlüssel für die berufliche Zukunft. Inklusionsassistenzen stellen mit der gezielten Unterstützung die Teilnahme am Unterricht sicher. Für eine inklusive Gesellschaft wie hier im Kreis Düren ist das sehr wichtig", sagt er. "Der Kreis Düren freut sich die positiven Rückmeldungen und hohen Nachfragen der Schulen nach Inklusionsassistenzen und möchte daher das Projekt in den nächsten Jahren weiter ausbauen", sagt Lucia Breuer, Leiterin des Amtes für Schule und Bildung.

Eine bestimmte Ausbildung für diesen Beruf ist nicht vorgesehen, jedoch ist es von Vorteil, Erfahrung im Umgang und der Betreuung von Kindern und oder Jugendlichen zu haben. "Man muss mit Menschen umgehen können. Für mich war es hilfreich, dass ich vorher bereits Inklusionshelferin war und auch schon als Tagesmutter gearbeitet habe. Dadurch habe ich auch einige Fortbildungen im pädagogischen Bereich machen können, die auch, wenn die Corona-Lage es zulässt, in Zukunft angeboten werden können." Wichtig seien laut Astrid Rumiej die sogenannten "Soft Skills", also die persönlichen und sozialen Kompetenzen, die bei einem Vorstellungsgespräch des Schulträgers sowie bei der Schule eine entscheidende Rolle spielen. "Die Schulen bieten in der Regel auch an, dort erst einmal zu hospitieren, um einen Eindruck vor Ort und von der Arbeit zu gewinnen", sagt sie. Einfach sei die Arbeit nämlich nicht immer. "Man muss schon den ganzen Tag bei entsprechendem Geräuschpegel konzentriert sein, um bei den verschiedenen Fächern auf dem aktuellen Stand zu sein. Das ist natürlich an manchen Tagen besonders anstrengend für den Kopf. Unterrichtsvorbereitung gehört nicht zu den Aufgaben einer Inklusionsassistenz, dennoch können die Tage über die letzte Schulstunde hinausgehen. "Es gibt nach dem Unterricht schon auch mal Gespräche oder Teamsitzungen. Probleme können immer angesprochen werden, wir haben ein sehr tolles Kollegium", sagt Astrid Rumiej. Auch muss man lernen, sich gerade bei den pubertierenden Schülerinnen und Schülern Respekt zu verschaffen." Angestellt werden die Inklusionsassistenzen bei freien Trägern, im Fall von Astrid Rumiej ist der Sozialdienst katholischer Frauen zuständig. Zu Beginn des neuen Schuljahres, wenn die Klassengrößen feststehen, entscheidet die Schule, ob und wo eine ihrer Inklusionsassistenzen eingesetzt wird. 

 

Weitere Infos

Für das Schuljahr wurden weitere Stellen für Inklusionsassistenzen im Rahmen von MosIK-DN", einem Modellprojekt zum systemischen Einsatz von Inklusionsassistenzen an den Schulen im Kreis Düren geschaffen. An 17 Schulen sind 26 Inklusionsassistenzen eingesetzt. Möglich ist das mit der Inklusionspauschale des Landes NRW in Höhe von rund 600.000 Euro. Wer sich für die Arbeit als Inklusionsassistenz interessiert, kann sich an Lea Schulz als Ansprechpartnerin im Kreis Düren wenden

Kontakt

Frau Lea Schulz

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Bildnachweise

  • ©Alberto_Patron - stock.adobe.com
  • Foto: Meier/Anne-Frank Gesamtschule

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