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Kreis Düren

Fahrzeuge zulassen und abmelden ist längst nicht alles

Das Straßenverkehrsamt erledigt eine Fülle von Aufgaben – Neu hinzugekommen ist der Führerscheintausch

Für den grauen Führerschein ist die Zeit abgelaufen

Werner Schmitz hat seinen alten Führerschein zuletzt umgetauscht.

It's time to say goodbye: Werner Schmitz, Jahrgang 1960, hält seinen grauen Führerschein in Händen. Das Foto zeigt ihn als Jugendlichen mit vollem Haar. Ob es ihm leidtut, dass er das Dokument, das ihn 45 Jahre auf Schritt und Tritt begleitet hat, heute unwiderruflich gegen den aktuellen EU-weit einheitlichen Scheckkarten-Führerschein tauschen wird? "Ach was! Ich bin froh, dass ich ihn überhaupt so lange gehabt hab'! Wenn ich bedenke, was wir früher so alles angestellt haben", schmunzelt der Merkener und erinnert sich an die heiße Zeit ab Mitte der 1970er Jahre. Dank Führerschein und Kreidler-Moped wuchsen der Aktionsradius und damit der Horizont des damals 16-Jährigen Tag für Tag - und später mit jedem neuen, stärkeren Fahrzeug. 

Werner Schmitz ist einer der gut 18.000 Führerscheininhaber der Geburtsjahrgänge 1959 bis 1964, die zurzeit das Straßenverkehrsamt des Kreises Düren aufsuchen müssen, um ihre alte Fahrlizenz gegen den EU-weit einheitlichen Führerschein zu tauschen, der mit einem Ablaufdatum versehen ist. Schlussendlich werden alle Führerscheininhaber, deren Fahrlizenz vor dem 19. Januar 2013 ausgestellt wurde, gegen einen neuen tauschen müssen. Am 19. Januar 2033 endet die Aktion. 

Da seit geraumer Zeit vor jedem Besuch des Straßenverkehrsamtes coronabedingt Termine reserviert werden müssen, um Sicherheitsabstände jederzeit einhalten zu können, geht in dem Gebäude an der Kölner Landstraße in Düren alles ruhig und leise und ohne nennenswerte Wartezeiten zu. Dabei ist das Straßenverkehrsamt, auch SVA genannt, mit rund 70 Teil- oder Vollzeit-Beschäftigten – davon ist die Mehrzahl weiblich  - eines der großen Ämter der Kreisverwaltung Düren. Neben der zentralen Anlaufstelle in der Kreisstadt Düren gibt es eine weitere im Gebäude des Kreises an der Düsseldorfer Straße in Jülich. Dank einer Vereinbarung mit der Städteregion Aachen können Kreisdürener ihre Anliegen in Zulassungsangelegenheiten zudem im SVA der Städteregion Aachen in Würselen erledigen. 

Leiterin des publikumsträchtigen Straßenverkehrsamtes  des Kreises Düren ist Elke Baum-Teschner. Als frischgebackene Abiturientin begann sie 1978 ihre Ausbildung beim Kreis Düren. Nach verschiedenen Stationen innerhalb des Kreishauses leitet sie das Amt seit nunmehr gut zehn Jahren. Was sich in dieser Zeit geändert hat? "Wir bieten zunehmend Dienstleistungen online an. So ist das Außerbetriebsetzen von Fahrzeugen unter bestimmten Voraussetzungen seit Anfang 2015 online möglich. Auch Anhörungen in Bußgeldverfahren können digital erledigt werden. Was es bislang bundesweit noch nicht gibt, ist die Möglichkeit, "digital zu unterschreiben", sagt die Amtsleiterin. 

Doch nicht nur das Dienstleistungsangebot hat sich während des letzten Jahrzehnts gewandelt, auch das Publikum, stellt Elke Baum-Teschner fest. "Die Menschen sind zunehmend mündiger geworden und treten selbstbewusst auf, wenn sie ihre Interessen wahrnehmen."   

Elke Baum-Teschner ist die Leiterin des Straßenverkehrsamtes.

Kernaufgaben des Straßenverkehrsamtes 

Das Straßenverkehrsamt erledigt zahlreiche Aufgaben für die Menschen im Kreis Düren. Unter anderem diese:

Zulassungsstelle 

Rund die Hälfte des SVA-Teams ist im Bereich Zulassung tätig. Neben den Privatleuten und Gewerbekunden, die Fahrzeuge an-, um- oder  abmelden, gibt es auch ein Flottengeschäft. Um nahe an den Menschen zu sein, bietet der Kreis Düren diese zentrale Dienstleitung sowohl in Düren als auch in Jülich an. Aktuell sind 237.612 Fahrzeuge im Kreis Düren zugelassen. 34.346 von ihnen, also rund ein Siebtel, sind mit einem JÜL-Kennzeichen unterwegs. 

Die E-Mobilität ist im Kreis Düren auf dem Vormarsch. Ende 2021 waren 2635 Elektrofahrzeuge (2020: 868, 2019: 389) angemeldet. Unter der Kategorie E-Hybrid waren zu diesem Zeitpunkt 5731 Fahrzeuge (2020: 2847, 2019: 1668) gelistet. 

Seit 2015 bietet der Kreises Düren die Möglichkeit, Zulassungs- und Abmeldeverfahren  von Fahrzeugen online zu beantragen oder abzuwickeln. Die Corona-Pandemie verlieh diesem Angebot Schwung. 2019 wurde das Portal 21-mal genutzt, 2020 260- und 2021  337-mal. Im Januar 2022 wurde es 33-mal genutzt. 

Bußgeldstelle

Das zwölfköpfige Team der Bußgeldstelle trägt mit seiner Arbeit zur Verkehrssicherheit im Kreis Düren bei. Dazu unterhält der Kreis 16 Radarsäulen, die mit einer von acht Fotokameras bestückt werden können. Zudem gibt es zwei mobile Messanlagen und einen Kameraanhänger, der für Langzeitmessungen eingesetzt wird. Im Jahr 2021 lieferten die Anlagen insgesamt 105.000 verwertbare Bilder von Fahrer, die zu schnell unterwegs waren. Konkret: 63.500-mal blitzten die stationären Säulen, 20.000-mal die beiden mobilen Geräte und weitere 21.500-mal die auf dem Trailer montierte Kamera. Rechnet man die im Jahr 2021 rund 15.000 von der Polizei ertappten Temposünder hinzu, wurden binnen zwölf Monaten unter dem Strich etwa 120.000 Tempoverstöße vom Kreis und der Kreispolizeibehörde Düren geahndet. 

Den unrühmlichen Rekord stellte ein ausländischer Verkehrsteilnehmer auf, der auf der B 399 bei Raffelsbrand statt mit den erlaubten 70 km/h mit Tempo 159 unterwegs war. Diese Fahrt machte ihn um 2500 Euro ärmer. Insgesamt zahlten die Temposünder 2021 rund 4,25 Millionen Euro in die Kreiskasse ein. 

Führerscheinstelle

Die Führerscheinstelle hat neben dem umfangreichen, bis zum Jahr 2033 befristeten Führerscheinumtausch weitere ständige Aufgaben. Sie gibt Führerscheine nach bestandener Prüfung aus. Und zieht sie wieder ein, wenn Kraftfahrer auf der Straße mit dem Gesetz in Konflikt gekommen sind, etwa weil sie unter Drogen- oder Alkoholeinfluss gefahren sind oder als eilige Zeitgenossen zu viele Punkte gesammelt haben. Zudem gibt sie Fahrerkarten für Bus- und Lkw-Fahrer aus und überwacht die Fortbildungspflicht der Fahrer. 

Straßenverkehr

Ein elfköpfiges Team beackert das weite Feld Straßenverkehr. Es genehmigt und kontrolliert alle Straßenbaustellen in den 13 kleineren Kommunen des Kreises. Das umfasst nicht nur die klassischen Bauarbeiten an Straßen, sondern auch Sondernutzungen, die mit Eingriffen in den Straßenverkehr einhergehen, etwa Umzüge, Sportveranstaltungen oder Container, die vorübergehend auf einer Straße abgestellt werden. Mit Ausnahme des Dürener und Jülicher Stadtgebietes ist das Team auch für die Verkehrsregelung in den 13 kleineren Kommunen des Kreises verantwortlich. Dabei geht es um das Aufstellen oder Entfernen von Verkehrsschildern und Ampeln. 

Zudem ist es vor Ort zuständig für die mobilen und stationären Tempokontrollen, genehmigt und kontrolliert Schwertransporte, die das Kreisgebiet durchfahren, überwacht ansässige Transportunternehmen und fungiert als Aufsicht für hiesige Taxen und Mietwagen. Das Ausstellen von Bewohner- und Behindertenparkausweisen sind weitere Aufgaben.  

Auch an den Sitzungen der Unfallkommission des Kreises ist das Team beteiligt. Dabei werden aktuelle Unfallschwerpunkte im Kreisgebiet unter die Lupe genommen, um diese zu entschärfen. Beschließt das Gremium Maßnahmen, um gegenzusteuern, dann müssen diese stets den gesetzlichen Vorgaben entsprechen. 

Einheitlicher EU-Führerschein

Bis zum 19. Januar 2033 müssen Führerscheininhaber, die ihre Fahrlizenz vor dem 19. Januar 2013 erworben haben, ihren alten gegen den neuen EU-einheitlichen Führerschein tauschen. Mit der EU-weiten Umtauschaktion sollen die zurzeit über 100 verschiedenen nationalen Führerscheine vereinheitlicht und fälschungssicherer werden. 

Wer noch einen grauen oder rosafarbenen Papierführerschein hat, muss diesen bis Januar 2025 tauschen, anschließend werden Kartenführerscheine, die vor dem genannten Stichtag im Jahr 2013 ausgestellt wurden, getauscht. Zurzeit sind die Geburtsjahrgänge 1959 bis 1964 aufgerufen, ihren alten Führerschein einzutauschen. Die Frist für diese Jahrgänge endet am 19. Januar 2023. 

 

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