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Kreis Düren

Mit Durchblick in die Zukunft

Es begegnet uns täglich. Beim Blick aus dem Fenster, im Bus oder Auto, in Büros und Wohnhäusern. Mal ist es verziert, mal verdunkelt, mal mit Sprossen, mal klar: Die Rede ist von Glas. Was uns im Alltag so beiläufig und doch so vielfältig begegnet, wird unter anderem in Merzenich produziert.

Familienunternehmen seit 1958

Denn im Gewerbegebiet Girbelsrath verbirgt sich ein wahrer Glas-Experte – und das, na klar, hinter einem schicken Gebäude Am Buschfeld, das in erster Linie durch viel Glas ins Auge fällt: Die Firma Thermopor Glas. 

Dort arbeiten unter anderem Tom Porschen und Mario Becker. Sie entführten Landrat Wolfgang Spelthahn bei seinem Unternehmensbesuch im November in ihre transparente Welt – inklusive eines gläsernen Geschenkes für den Kreis Düren und die Gemeinde Merzenich. Doch dazu später mehr. Traditionell besucht Landrat Wolfgang Spelthahn schon seit vielen Jahren Unternehmen im Kreis Düren, um die Vielfalt, Tradition und Innovation in der Region zu würdigen, kennenzulernen und auch vorzustellen. Ein Besuch bei der Firma Thermopor, Thermo ist dabei das Synonym für ein wärmedämmendes Produkt und "por" steht für Porschen, stand daher ziemlich weit oben auf der Liste. Denn das Familienunternehmen mischt bereits seit 1958 in der Glasindustrie mit – und das immer im Kreis Düren. Zudem hält es über die Wirtschaftsförderung einen guten Kontakt zum Kreis. 

Glaskunst als Geschenk: Sowohl für den Kreis Düren als auch die Gemeinde Merzenich fertigte Thermopor Glas zwei gläserne Gemälde an.

Gemeinsam mit Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen, Anette Winkler von der Wirtschaftsförderung des Kreises Düren und der Kreistagsabgeordneten Dr. Maria Schoeller, konnte sich Landrat Wolfgang Spelthahn ein umfassendes Bild über das Familienunternehmen mit Tradition machen. Tom Porschen, geschäftsführender Gesellschafter und in der dritten Generation für das Unternehmen tätig, und Mario Becker, seit 35 Jahren in leitenden Positionen für das Familienunternehmen tätig und seit 2021 Geschäftsführer, gaben einen Rundumschlag und ließen spannende Einblicke in ihr Unternehmen zu. So berichtete Porschen, dass rund 50 bis 60 Tonnen Glas XXX bearbeitet werden. 90 Mitarbeiter/-innen zählt das Unternehmen, das sich Wachstum klar auf die Fahne geschrieben hat. "Daher suchen wir auch stets nach Personal. Personalmangel ist ein großes Thema bei uns", sagte Porschen. Um MitarbeiterInnen zu gewinnen, bildet Thermopor selbst aus, setzt aber auch auf Quereinsteiger und hat Flüchtlingen eine Chance gegeben. "Unsere Erfahrungen sind sehr gut, wir haben sehr engagierte Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen", so Porschen weiter. "Wir sind sehr dankbar, dass Sie allen Menschen eine Chance geben. Sie tragen entscheidend dazu bei, dass Integration gelingen kann", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. 

Herausforderung Personalmangel

Der Personalmangel sei allerdings nicht die einzige Herausforderung in der Glasindustrie. Glaspreise seien nahezu explodiert, es gebe teils Lieferschwierigkeiten und es werde immer mehr von dem Produkt und Service erwartet. Waren Fenster vor vielen Jahren noch einfach verglast, so muss es heute meistens schon eine Dreifachverglasung sein. Hintergrund: der Umweltschutz. "Mit unseren Produkten tun wir auch klar etwas für den Umweltschutz", sagt Porschen. Kein Wunder also, dass das Unternehmen in eine Photovoltaik-Anlage investieren möchte, um in Zukunft Strom für den eigenen Verbrauch herzustellen. Nur eine von vielen Zukunftsvisionen.

Spannender Besuch bei Thermopor Glas: Mit dabei waren Dr. Maria Schoeller (l), Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.l.), Merzenichs Bürgermeister Georg Gelhausen (3.v.l.), Mario Becker und Tom Porschen von Thermopor Glas (3. und 2. v. r.) und Anette Winkler (r.), Wirtschaftsförderung des Kreises Düren.

Der Personalmangel sei allerdings nicht die einzige Herausforderung in der Glasindustrie. Glaspreise seien nahezu explodiert, es gebe teils Lieferschwierigkeiten und es werde immer mehr von dem Produkt und Service erwartet. Waren Fenster vor vielen Jahren noch einfach verglast, so muss es heute meistens schon eine Dreifachverglasung sein. Hintergrund: der Umweltschutz. "Mit unseren Produkten tun wir auch klar etwas für den Umweltschutz", sagt Porschen. Kein Wunder also, dass das Unternehmen in eine Photovoltaik-Anlage investieren möchte, um in Zukunft Strom für den eigenen Verbrauch herzustellen. Nur eine von vielen Zukunftsvisionen.

Isolier- und Sicherheitsglas

Thermopor stellt Isolierglas und Sicherheitsglas her und arbeitet mit einem Produkt, das "über 5000 Jahre alt ist", so Porschen weiter. Becker betonte: "Glas altert nicht." Fünf bis zehn Jahre Garantie gibt die Firma auf ihre Produkte. Darunter sind Fensterscheiben, Türen, Treppenstufen, Tischplatten, Einzelelemente – der Fantasie sind keine Grenzen gesetzt. Glas kann sandgestrahlt oder verdunkelt werden und Dekore enthalten. Fenster können mit integrierten Jalousien oder Sprossen ausgestattet und Glastüren mit individuellen Zeichnungen versehen werden. Produziert wird die Sanco-Produktpalette. Denn 1996 wurde Thermopor Glas Mitglied der Sanco Gruppe, ein Zusammenschluss mittelständischer Isolierglas-Hersteller in Europa. Täglich werden bis zu 3500 Einzelscheiben geschnitten, um Isolierglas und Einscheibensicherheitsglas herzustellen. Je nach Aufwand ist eine Scheibe in 35 Sekunden fertig. Die Produktionshalle dementsprechend beeindruckend. Jeder Handgriff sitzt, die hochmodernen Maschinen laufen auf Hochtouren. "Wir sind sehr stolz, dass so eine Firma bei uns im Kreisgebiet angesiedelt ist", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. "Ihre Arbeit ist sehr beeindruckend."

Und dann war da ja noch das gläserne Geschenk. Sowohl die Gemeinde Merzenich als auch der Kreis Düren erhielten je ein gläsernes Kunstwerk, das Wappen und imposante Gebäude der Gemeinde bzw. des Kreises zeigt. Es ist schwarz hinterlegt und kann sogar beleuchtet werden. "Dieses Werk ist einmalig, es wird einen Ehrenplatz im Kreishaus erhalten", sagte Landrat Spelthahn. 

Vom Handwerk zur industriellen Flachglasverarbeitung

Im Jahr 1958 gründete Josef Porschen in Düren die Glas Porschen GmbH als Bau- und Kunstglaserei. Elf Jahre später trat Helmut Porschen in zweiter Generation in das Unternehmen ein. Mit ihm entwickelt es sich zu einem Handwerksunternehmen mit eigener Glasveredelung. Ab 1977 wurde zudem Isolierglas hergestellt – bis heute. 1993 wurde dann die Thermopor Glas GmbH gegründet, die nicht nur Isolierglas herstellt, sondern zudem Glas veredelt und in den Handel von weiteren Glasprodukten einstieg. Bereits ein Jahr später entstand der Neubau der Produktionsstätte am heutigen Standort im Gewerbegebiet Merzenich-Girbelsrath. In dritter Generation tritt im Jahr 2006 Tom Porschen in das Unternehmen ein, 2021 wird Mario Becker zum Geschäftsführer berufen. Gemeinsam mit dem geschäftsführenden Gesellschafter Tom Porschen leitet er das Familienunternehmen auf operativer und strategischer Ebene.

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