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Kreis Düren

Kreis Düren und Städteregion Jinhua: Großes gegenseitiges Interesse für Partnerschaft

Eine Delegation des Kreises Düren hat die Städteregion Jinhua im Osten von China besucht. Grund für die Reise war die weitere Anbahnung einer Partnerschaft zwischen dem Kreis und der Region Jinhua, die rund 300 Kilometer von Shanghai entfernt liegt.

Landrat: "Wir haben große Wertschätzung erfahren"

"Wir haben viele gute und konstruktive Gespräche geführt, eine Menge Kontakte geknüpft und ein höchst interessantes Besuchsprogramm absolviert", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. 

Im Februar dieses Jahres hatte sich eine Gruppe hochrangiger chinesischer Vertreter zu einer Visite im Kreis Düren aufgehalten und dabei eine Einladung für den jetzigen Besuch der Kreis Dürener Delegation ausgesprochen. Vor neun Monaten wurde eine Kooperationsvereinbarung zwischen dem Kreis und der Region Jinhua, in der mehr als sieben Millionen Menschen leben, geschlossen. 

Vier wesentliche Themenbereiche sollen die künftige Zusammenarbeit mit Leben füllen: Klimaschutz und Wasserstoff, Bildung und Wissenschaft, Wirtschaft und Handel sowie Kultur und Kunst. Diese Bereiche waren Ergebnis einer großen Konferenz unter federführender Beteilung von Parteisekretär Zhu Chonglie und Landrat Wolfgang Spelthahn. 

Einer der Programmpunkte für die Delegation des Kreises Düren in der Städteregion Jinhua war der Besuch des Unternehmens Jinfei Intelligent Motorcycle Wheel.

Der Kreis Dürener Delegation gehörten Vertreterinnen und Vertreter aus Verwaltung, Wirtschaft und Politik an. Sie hatte unter anderem die Gelegenheit, das Unternehmen Hydrogenway Technology zu besuchen, eine innovative und moderne Fabrik, die sich seit 2016 der Entwicklung von Wasserstoff-Brennstoffzellenprodukten widmet. Dort arbeiten hochkarätige Ingenieure und Wissenschaftler an der praktischen Umsetzung von Wasserstoffantrieben. "Das Thema Wasserstoff, das wir hier bei uns im Kreis Düren vehement vorantreiben, war auch bei unseren Gesprächen im Februar ein großes Thema", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. "Ich freue mich, dass ein Schwerpunkt unserer Kooperation das innovative Thema H2 ist."

Zudem besuchte die Delegation die Universität Zhejang, die neben der wissenschaftlichen Orientierung großen Wert auf eine praktische Ausbildung legt. Schon bei ihrem Besuch in Düren hatte die chinesische Seite deutlich gemacht, dass sie sehr an Einzelheiten zur dualen Ausbildung in Deutschland interessiert ist, um die Qualifizierung von Fachkräften voranzutreiben. Angedacht ist ein Austausch von Studierenden - perspektivisch soll es weitere Zusammenarbeit geben, unter anderem auf dem Gebiet der Wasserstoff-Technik. 

Bestandteil des Besuchsprogramms war auch eine Visite im "Weltsupermarkt" in Yiwu, dem weltweit größten Handelszentrum für Waren. Jährlich kommen mehr als 560.000 Handelsvertreter auf den Markt, nahezu alle Länder auf der Welt sind Kunden. Teil der Gespräche zwischen der Kreis Dürener und der chinesischen Seite waren Möglichkeiten einer intensiven Zusammenarbeit zum Aufbau wirtschaftlicher Handelsbeziehungen. 

Regelmäßiger Austausch

Angestrebt wird neben regelmäßigen Schüleraustauschen und Kontakten von Vereinen und Institutionen ein Kunst- und Kulturaustausch. "Es gibt ein großes gegenseitiges Interesse", betonte Landrat Wolfgang Spelthahn nach einem Besuch des Kulturzentrums, zu dem auch die bekannte Wu Oper gehört. Außerdem wurden Möglichkeiten von Auftritten und Workshops chinesischer Kultur- und Kunsthandwerksgruppen im Kreis Düren ausgelotet.  

Die mitgereisten Mitglieder aus dem Kreistag bewerteten den Besuch in der Städteregion Jinhua durchweg positiv. Rolf Hamacher (SPD) sagte: „Ich bin überwältigt von den Eindrücken – und wenn man es geschickt anstellt und die Bereitschaft da ist, kann der Kreis Düren von einer Partnerschaft auch wirtschaftlich mit neuen Jobs profitieren. Unsere Modellregion Wasserstoff und die Lage im Herzen Europas sind Stärken, mit denen wir auch in der 40 mal größere Region Jinhua punkten können." 
Emmanuel Ndahayo (Grüne) meinte: "Mich hat besonders beeindruckt, dass der Austausch auf Augenhöhe stattfand. Ich konnte feststellen, dass die Region Jinhua hinsichtlich des Klimaschutzes und der Wissenschaft sensibilisiert ist. Eine wirtschaftliche Zusammenarbeit, die auf unsere Umwelt achtet und Menschen in den Mittelpunkt stellt, ist zu begrüßen."

Auch Klaus Breuer (FDP) äußerte sich zufrieden:  "Uns wurde mit Wertschätzung und Respekt begegnet – es gab gute Gespräche und Anknüpfungspunkte in Bildung, Forschung und Handel, die Zusammenarbeit weiter zu entwickeln und auszubauen. Der Ausbau der partnerschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen kann und wird für den Kreis Düren einem Mehrwert schaffen."

Und Ralf Dick (AfD) sagte: "Danke für die herausragende Gastfreundschaft unserer chinesischen Gastgeber. Ich kann nun die gesamte Partnerschaft Düren/Jinhua viel besser einschätzen."

"Wir haben eine große Wertschätzung und ein hohes Maß an Zuvorkommenheit und gegenseitigem Interesse erfahren. Dafür nochmals mein herzlicher Dank." Landrat Wolfgang Spelthahn betonte, dass es bei der Kooperation mit der Städteregion Jinhua vor allem um einen Austausch und den Kontakt zwischen den Menschen gehe. Schon jetzt lebten weit mehr als 100 chinesische Studierende im Kreis Düren, insgesamt sind es mehr als 1000 Menschen aus China, die im Kreisgebiet ansässig sind. Die Fachhochschule des Mittelstandes (FHM), die mit Unterstützung des Kreises Düren einen Campus in Düren unterhält, ist ebenso in China aktiv und möchte Studierende begeistern, in den Kreis Düren zu kommen.

In den nächsten Wochen geht es um die weitere Entwicklung und konkrete Ausarbeitung der nun angestoßenen und geplanten Projekte. "Wichtig ist uns dabei auch, die Bevölkerung des Kreises Düren einzubeziehen und teilhaben zu lassen", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn.

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