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Kreis Düren

Wasserstoff schlägt weite Wellen im Kreis

Das Familienunternehmen Davids & Solty aus Geilenkirchen investiert mit „wind2move” in H2-Produktionsanlage in Aldenhoven.

Investition in eigene Heimat und in die Zukunft

Beim Unternehmensbesuch überzeugte sich Landrat Wolfgang Spelthahn (2.v.r.) von dem Vorhaben des Familienunternehmens Davids & Solty. Im Bild (v.l.) Willy Davids, Elisabeth Solty, Robyn Solty, Bürgermeister Ralf Claßen, David Plum (Gemeinde Aldenhoven), Landrat Wolfgang Spelthahn, Anette Winkler (Wirtschaftsförderung Kreis Düren).

Könnte Wasserstoff Wellen schlagen, so wäre der Kreis Düren ein rauschendes, grünes H2-Meer. Warum grün? Der Kreis Düren wird ab 2025 grünen Wasserstoff (H2), also mit Hilfe von erneuerbaren Energien hergestellten Wasserstoff, am Brainergy Park in Jülich produzieren, der wiederum Busse, Züge und Autos antreiben wird. Aber nicht nur der Kreis Düren setzt im Strukturwandel auf das energiereiche Gas, auch in der Gemeinde Aldenhoven wird es bald hergestellt – so zieht die Wasserstoff-Welle immer weitere Kreise. An der Industriestraße im Gewerbegebiet in Aldenhoven entsteht mit „wind2move” eine Wasserstoff-Produktionsanlage, die ebenfalls 2025 in Betrieb gehen soll. 

Die zukünftige Tankstelle für den Schwerlastverkehr.

Mit Wind- und Solarstrom sollen hier jährlich bis zu 250 Tonnen grüner Wasserstoff hergestellt werden, um Logistikunternehmen mit H2 zu versorgen. Eine private Tankstelle für den Schwerlastverkehr wird direkt mitgebaut. Unter dem Namen „wind2move”, einem Kooperationsprojekt mit dem Energiedienstleister Westenergie und dem Familienunternehmen Davids & Solty, wird im Strukturwandel in Aldenhoven also auch auf Wasserstoff gesetzt. „Wir wollen den Wasserstoff im Verkehr etablieren, dazu gehören auch die Logistikunternehmen. Ich freue mich, dass Sie das Potenzial des Wasserstoffs erkannt haben und investieren”, sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Das geplante Projekt führt zu Einsparungen von bis zu einer Million Liter Diesel und rund 3.000 Tonnen CO2 pro Jahr. Bei einem (Familien-)Unternehmensbesuch, der sich über mehrere Orte und zwei Kreise erstreckte, und bei dem der Landrat sowie Anette Winkler von der Wirtschaftsförderung des Kreises sowie Bürgermeister Ralf Claßen dabei waren, wurde klar: Diese Familie investiert nicht nur in die Region, sondern auch in die Zukunft. 

Mehrere Standbeine

Auf dem Gelände an der Industriestraße im Gewerbegebiet Aldenhoven entsteht die neue Produktionsanlage.

Angefangen hat alles 1970 mit Franz Davids, der als Einzelunternehmer in Geilenkirchen in Sand- und Kiesabbau investiert hat sowie eine Bodendeponie aufbaute. Im Laufe der Jahre wurden weitere Standorte und Standbeine erschlossen. Mittlerweile arbeiten rund 100 Menschen im Unternehmen, das sowohl weiterhin in den Sand- und Kiesabbau sowie in Freizeit- und Sportanlagen, Immobilien und in erneuerbare Energien investiert. Die Erzeugung von grünem Wasserstoff ist sozusagen der neueste Zuwachs in dieser Sparte. „Wir wollen mit ‚selbstgepflückter’ Sonne und Wind Wasserstoff produzieren und diesen umweltfreundlichen Weg weiter bestreiten. Das Interesse an Wasserstoff ist da und einer
muss den Anfang machen”, sagt Sohn von Franz Davids, Willy Davids. Angefangen hat im Bereich der erneuerbaren Energien alles mit einem einzigen Windrad in den 90er Jahren, als Franz Davids eine Lebensversicherung auflöste und diese in ein für damalige Verhältnisse innovatives Projekt investierte.

Bis heute versorgt es den Loherhof, eine Freizeit- und Sportanlage in Geilenkirchen, mit Strom. Eine rund 20 Megawatt starke Photovoltaik-Anlage (PV-Anlage) mit 35.000 Solarmodulen in unmittelbarer Nähe zum zukünftigen Produktions- und Tankstellen-Standort liefert bald, ohne fremdes Netz, eins zu eins Strom für den Betrieb des Elektrolyseurs, also der Anlage, die den Wasserstoff herstellt. Das Investitionsvolumen inklusive der PVAnlage liegt bei mehr als 25 Millionen Euro. Robyn Solty, Enkel von
Frank Davids, übernimmt die Geschäftsführung. „Wir wollen einen Beitrag für die Region, für die Umwelt und die Zukunft leisten. Das Thema Erneuerbare Energien ist mir persönlich sehr wichtig und es macht Spaß, etwas bewegen zu können”, sagt er. „Aufbauend auf der bereits langen vertrauensvollen und professionellen Zusammenarbeit mit den Familien Davids/Solty und ihren Unternehmen haben wir dieses höchst innovative Projekt in Aldenhoven mit entwickeln dürfen. Wir freuen uns außerordentlich darüber, dass
Aldenhoven damit bald ein wichtiger Baustein der Wasserstoffmodellregion Kreis Düren werden wird”, sagt Bürgermeister Ralf Claßen. Landrat Wolfgang Spelthahn lobt den Unternehmergeist und freut sich auf eine gute Zusammenarbeit im Kreis Düren: „Wir brauchen Unternehmen und Menschen wie Sie, die vorangehen und etwas erschaffen. Die Wirtschaftsförderung des Kreises Düren steht allen beratend zur Seite, die sich ein Beispiel nehmen möchten und selbst ein Unternehmen aufbauen möchten”, sagt er. 

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