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Kreis Düren

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Kreis Düren will bis 2035 klimaneutral sein

Der Kreis Düren möchte bis 2035 klimaneutral werden, die Kreisverwaltung bis 2025. Um dieses Ziel zu erreichen, ist heute (5.6.) ein umfangreiches Maßnahmenpaket vorgestellt worden. "Wir verfolgen eine nachhaltige Strategie", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn.

Mit 1000 Euro gefördert

Die ersten Maßnahmen sind in einem 10-Punkte-Sofort-Programm zusammengefasst, das unter anderem das 1000x1000-Dächer-Programm aus dem Vorjahr – in abgewandelter Form – fortsetzt. Finanziell unterstützt wird die Anschaffung von Photovoltaikanlagen (PV), aber auch das Nachrüsten von Batteriespeichern bei Bestands-PV-Anlagen und Solarthermien. Zudem gibt es einen Zuschuss für energieeffizientes Sanieren, zum Beispiel bei Fenstern und Türen. Insgesamt steht in diesem und dem nächsten Jahr 1 Million Euro zur Verfügung. 1000 Projekte werden mit jeweils 1000 Euro gefördert.

Diese Maßnahme und mehr als 100 weitere sind Bestandteil eines großen Klimaschutzpakets, über das der Kreistag am 23. Juni abstimmen wird. Die Mehrheitskoalition von CDU und Grünen haben einen entsprechenden Antrag gestellt. "Wir verfolgen damit zukunftsweisende Themen", betonte Karl Schavier, Fraktionsvorsitzender der CDU. Sein Grünen-Kollege Bruno Voß sagte, der Kreis Düren mache "große Schritte hin zur Klimaneutralität". Das, was "wir in guter Zusammenarbeit mit der Verwaltung auf die Beine stellen, findet man in keinem anderen Kreis der Region".

Bis zu fünf Bäume kostenlos

Neben dem 1000x1000-Dächer-Programm beinhaltet das Sofortprogramm ein 1000-Bäume-Programm, über das vor allem Schulen, aber auch Bürger bis zu fünf Bäume kostenlos erhalten können, um sie zum Wohle des Klimas zu pflanzen und zu pflegen. Unterstützt werden auch Dienstleister, die Pedelecs als Lastenfahrräder einsetzen – mit bis zu 500 Euro. Weiterer Bestandteile des Sofortprogramms sind die Ausgabe von Insektenhotels, die in Kooperation mit den Rurtalwerkstätten gebaut werden, und nachhaltige Brot- und Frischedosen, die im Alltag und zum Beispiel auch bei Wanderungen und Radtouren eingesetzt werden können. Um einen klimafreundlichen Tourismus im Kreis Düren zu stärken, werden Wander-und Radwandertouren entlang von gastronomischen Betrieben verstärkt kommuniziert – unter Berücksichtigung einer Anbindung der Orte über Busse und Bahnen. Außerdem werden Vereine aufgerufen, mit kreativen Klimaschutzprojekten, von denen die besten ausgezeichnet werden, zur Klimaneutralität beizutragen.

1,3 Millionen starke Förderung

"Das Sofortprogramm wird Investitionen von mehr als 20 Millionen Euro auslösen", sagte Landrat Wolfgang Spelthahn. Schon durch das 1000x1000-Dächer-Programm aus dem vergangenen Jahr erfolgte ein regionales Invest in Höhe von knapp 16 Millionen Euro, weil zahlreiche örtliche Händler und Anbieter durch Aufträge profitierten. Mittel- und langfristig setzt der Kreis mit Blick auf die Klimaziele auch auf den ÖPNV. "Die Verwaltung schafft selbst nur noch Fahrzeuge an, die mit regenerativen Energien betrie-ben werden", sagte der Landrat.

In diesem Sommer erhält die Rurtalbus, eine Tochtergesellschaft des Kreises, fünf Elektrobusse, die Förderung für mit Wasserstoff betriebene Züge ist beantragt. Bereits zugesagt ist eine 1,3 Millionen Euro starke Unterstützung für die erste Wasserstofftankstelle im Kreis Düren. "Ich freue mich besonders, dass nun auch die Bundesregierung verstärkt auf das Thema Wasserstoff setzt und die Technologie fördert", so Landrat Wolfgang Spelthahn.

Kompetente Beratung

Wesentlicher Bestandteil des mittel- und längerfristigen Programms ist das Ziel, Häuser mit grünem Strom zu versorgen und vor allem auf klimaschonende Heizungen zu setzen – und dafür die entsprechenden Anreize zu schaffen. Dazu sei es zwingend notwendig, kompetente Beratung anzubieten. "Wir wollen die Menschen mitnehmen", betonte der Landrat. Klimaschutz habe nicht mit Verzicht und Askese zu tun, sondern könne auch Spaß machen.

Zum Programm gehört auch, die Nutzung von Bussen und Bahnen über ein Jobticket und günstige Preise attraktiver zu gestalten. Davon würden auch Berufspendler profitieren, wenngleich die Kreisverwaltung ergänzend das Ziel verfolge, Möglichkeiten des Homeoffice verstärkt anzubieten. "Die Coronakrise zeigt, was alles gut machbar ist", betonte Landrat Spelthahn. Der Ausbau von Homeoffice-Angeboten führe zu einem Abbau von Büroräumen, "auch das schont unser Klima". Vor allem sei ihm wichtig, dass diese bis auf 2025 beziehungsweise 2035 ausgelegten Klimaschutzziele nicht mit dem erhobenen Zeigefinger erreicht werden sollen. Vielmehr "geht es uns um eine wirklich nachhaltige Strategie, die von möglichst vielen Menschen unterstützt wird". Dann gelinge es, das Ziel der Klimaneutralität zu erreichen – in der Kreisverwaltung bis 2025, im gesamten Kreis Düren mit 2035.

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