Wenige Sekunden zum Befüllen
Nur wenige Sekunden dauert es, bis die Kunststoffhülle mit rund 10 Kilo Sand gefüllt ist. Der Sack voller Körner wartet dann am Feuerschutztechnischen Zentrum (FTZ) des Kreises Düren in Kreuzau-Stockheim auf seinen Einsatz bei einer drohenden Überflutung von Keller, Garage oder Haus. Am besten wäre es, wenn er seinen Dienst nie verrichten muss, aber Vorbereitung ist alles.
Der Sack ist einer von 1000, die in der Stunde dank der neuen Sandsack-Abfüllmaschine des Kreises Düren befüllt werden können. Das ist ein entscheidender Vorteil, denn bei Starkregen und Flut zählt jede Minute, um genügend Schutz vor dem Wasser aufzubauen.
Die Sandsäcke sichern nicht nur Häuser. Sie sind auch wichtig, um Böschungen an Flüssen zu verstärken oder das
Wasser von wichtiger Infrastruktur wegzuhalten. "Nach der Flutkatastrophe 2021 war uns klar, dass wir uns noch effizienter aufstellen müssen. Bei so einer umfangreichen Einsatzlage ist es wichtig, schnell Sandsäcke liefern zu können", sagt Karlheinz Eismar, Leiter des Amtes für Bevölkerungsschutz des Kreises Düren.
Zuletzt war die Abfüllanlage beim Unwetter mit starkem Regen im Herbst im Einsatz, wo viele Haus- und Kellereingänge geschützt werden mussten. An vier Plätzen können jeweils vier Einsatzkräfte in wenigen Sekunden die noch leeren
Säcke befüllen. Der Sand wird zuvor mit Hilfe eines Baggers oben in die Maschine gefüllt, durch manuell bedienbare
Trichter fällt er in die Hüllen. Die vollen, offenen Säcke werden dann an die nächste Station gereicht, wo weitere (meist) Feuerwehrmitarbeitende die Säcke zunähen, bevor sie zum Weitertransport verladen werden. Mit 15 Kolleginnen und
Kollegen lässt sich die Anlage sehr effizient und schnell bedienen.
Das Befüllen übernehmen in der Regel die Mitarbeitenden des FTZ des Kreises Düren in Zusammenarbeit mit den Männern
und Frauen der Feuerwehren aus den Kommunen. Die Abfüllmaschine wird im Fall der Fälle in eine Kiesgrube gefahren, um von
dort direkt die Säcke befüllen zu können. Darüber hinaus ist das FTZ aber selbstverständlich auch vorbereitet und hat rund 3000 Sandsäcke in Kreuzau-Stockheim auf Vorrat liegen, um bei Einsätzen im Kreisgebiet direkt handeln und
sie zur Einsatzstelle fahren zu können.
"Die neue Abfüllanlage ist eine wesentliche Erleichterung der Arbeit. Vorher wurden die Säcke per Schaufel und Hand befüllt. Das dauert natürlich länger, ist wesentlich aufwendiger und körperlich anstrengender", weiß Lars Knust, Werkstätten-Leiter am FTZ, zu berichten.
Die Maschine ist mobil und in etwa 30 Minuten aufgebaut, ein Generator versorgt sie mit Strom, damit der Sand rüttelnd verteilt werden kann, die Nähmaschinen zum Verschließen funktionieren und die Einsatzkräfte Licht haben. Zwei Maschinen hat der Kreis am FTZ stehen. Wir sind gut vorbereitet. Die Starkregenereignisse und Einsätze haben in den vergangenen Jahren leider zugenommen, sodass auch die Sandsack-Abfüllmaschine sicherlich in Zukunft häufiger zum Einsatz kommen muss”, sagt Karlheinz Eismar.

