Rechtzeitig absichern
Ein schwerer Unfall, eine Krankheit oder eine psychische Krise: Jeder Mensch kann plötzlich in eine Situation geraten, in der er selbst nicht mehr entscheiden kann. Viele glauben, dass in solchen Fällen automatisch die Eltern oder Angehörigen einspringen dürfen – doch das ist ein Irrtum. Die Betreuungsbehörde des Kreises Düren bietet deshalb kostenlose Informations- und Beratungsangebote rund um Vorsorgevollmachten und rechtliche Betreuung an.
Ein fiktiver Fall: Nur ein kurzer Moment der Unachtsamkeit: Die 19-jährige Lena ist mit dem Fahrrad unterwegs, als ein Auto sie übersieht. Schwer verletzt kommt sie ins Krankenhaus und liegt im künstlichen Koma. Ihre Eltern sind sofort da – doch sie dürfen nicht automatisch über die Behandlung ihrer Tochter entscheiden. In Deutschland endet das elterliche Sorgerecht mit der Volljährigkeit. Ohne Vorsorgevollmacht muss ein Gericht eine rechtliche Betreuung einsetzen – manchmal durch Angehörige, manchmal auch durch Fremde.
Selbstbestimmt absichern
„Damit genau das nicht passiert, gibt es bei uns die Möglichkeit, sich in unterschiedlichen Formaten rechtzeitig und selbstbestimmt für den Ernstfall abzusichern“, erklärt Kerstin Lennartz, Teamleiterin der Betreuungsbehörde. Denn Vorsorge betrifft nicht nur ältere Menschen, sondern alle Erwachsenen.
„Wir empfehlen allen Menschen ab 18 Jahren, sich mit Vorsorge auseinanderzusetzen. Denn ein Unfall, eine Krankheit oder eine psychische Krise können jeden treffen – ganz unabhängig vom Alter“, ergänzt Stefan Schnee von der Betreuungsbehörde. Sein Ziel ist klar: „Rechtliche Betreuung soll nur dann eingesetzt werden, wenn es wirklich keine andere Lösung gibt.“ Um das Thema möglichst vielen Menschen zugänglich zu machen, bietet die Betreuungsbehörde verschiedene kostenlose Formate an: persönliche Beratungen im Kreishaus Düren nach Terminvereinbarung, vierteljährliche Sprechstunden in den kreisangehörigen Städten und Gemeinden (außer in der Stadt Düren mit eigener Behörde), digitale und analoge Informationsveranstaltungen sowie neu eingeführte Online-Sprechstunden.
Kontakt: Betreuungsbehörde des Kreises Düren, 02421/2210-51911, amt51kreis-duerende.
Alle Informationen sind auch online verfügbar (Öffnet in einem neuen Tab). Termine, Anmeldungen und Details zu Veranstaltungen finden Interessierte zudem auf dem Portal beteiligung.nrw.de (Öffnet in einem neuen Tab).
Bis Ende des Jahres sind noch mehrere Online-Sprechstunden geplant. Unter anderem am 14. Oktober von 18 bis 19.30 Uhr zum Thema „Rechtliche Vorsorge“.

